Direkt zum Inhalt
Kurzarbeit soll helfen, die Arbeitskosten temporär zu verringern und gleichzeitig die Beschäftigten zu halten.

Corona-Kurzarbeit: Das müssen Betriebe beachten

17.03.2020

Was bringt Kurzarbeit und wie funktioniert diese Maßnahme eigentlich? Wissenswertes dazu kompakt zusammengefasst.

Das ist zu tun

1. Schritt - Information einholen bei AMS oder WKO

2. Schritt - Folgende Dokumente ausfüllen / Vereinbarungen abschließen:

  • Betriebsvereinbarung, in Betrieben ohne Betriebsrat Einzelvereinbarung
  • AMS-Antragsformular (Corona)
  • Begründung über wirtschaftliche Schwierigkeiten (Verweis auf Corona und Maßnahmen)

3. Schritt - Dokumente dem AMS schicken (via eAMS-Konto oder per E-Mail)

4. Schritt - Sozialpartner unterschreiben binnen 48 Stunden

5. Schritt - Rückmeldung AMS an Unternehmen über Genehmigung / Nachbesserungsbedarf / Ablehnung

Kurzarbeit ist die vorübergehende Herabsetzung der Normalarbeitszeit und des Arbeitsentgelts wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Kurzarbeit hat den Zweck, die Arbeitskosten temporär zu verringern und gleichzeitig die Beschäftigten zu halten.

Vereinfachter Ablauf

Diese Maßnahme erfordert eine Sozialpartnervereinbarung zwischen Wirtschaftskammer und Gewerkschaft, diese ist gleichzeitig eine Betriebsvereinbarung, in Betrieben ohne Betriebsrat eine Einzelvereinbarung. Auch die Zustimmung des AMS ist erforderlich.

Die Sozialpartner haben für die Coronakrise ein vereinfachtes und beschleunigtes Modell vereinbart (Ablauf siehe Kasten). Dazu sind Muster für die Sozialpartnervereinbarung/Einzelvereinbarung und die Sozialpartnervereinbarung/Betriebsvereinbarung erhältlich, die auch auf der Website der Wirtschaftskammer unter wko.at/corona heruntergeladen werden können. Dort findet sich auch eine ausführliche Handlungsanleitung.

Das Wichtigste im Überblick

Vor Beginn der Kurzarbeit müssen Arbeitnehmer auf Wunsch des Arbeitgebers das Urlaubsguthaben vergangener Urlaubsjahre und Zeitguthaben zur Gänze konsumieren.
Nettoentgeltgarantie: Arbeitnehmer mit Bruttoentgelten unter 1700 Euro erhalten vom Arbeitgeber ein Entgelt von 90 % des vor Kurzarbeit bezogenen Nettoentgelts. Bei Bruttoentgelten zwischen 1700 Euro und 2685 Euro sind es 85 %. Bei Bruttoentgelten über 2685 Euro sind es 80 %. Die Mehrkosten trägt das AMS (bis zur Höchstbeitragsgrundlage), nicht das Unternehmen. Die Corona-Kurzarbeit kann für maximal drei Monate abgeschlossen werden. Bei Bedarf ist eine Verlängerung um weitere drei Monate möglich.

Weiterführende Informationen dazu finden Sie unter www.wko.at/corona

Werbung

Weiterführende Themen

Wolfgang Höfle, Sozialversicherungsexperte und Partner bei TPA hat die wichtigsten Änderungen rund um Pendlerpauschale, Zulagen, Home Office etc. zusammengefasst.
Aktuelles
08.04.2020

Das am 4.4.2020 veröffentlichte 3. COVID-19-Gesetz beinhaltet wichtige Antworten auf aktuelle Fragen der Personalverrechnung. Wolfgang Höfle, Sozialversicherungsexperte und Partner der ...

Branche
06.04.2020

Eine Jubelmeldung der Wirtschaftskammer, die eigentlich keine ist. Die großen Lebensmittelhändler haben sich „freiwillig“ dazu verpflichtet, den Verkauf vieler Non-Food-Produkte einzustellen – ...

Die Würth-Zentrale in Böheimkirchen, Niederösterreich.
Branche
03.04.2020

Würth hat beim AMS Kurzarbeit für rund 900 Beschäftigte in ganz Österreich beantragt – vorerst für drei Monate. Dadurch möchte das Unternehmen aufgrund der derzeitigen Corona-Situation den ...

E-Technik
02.04.2020

Die Wirtschaftskammer bietet ihren Mitgliedsunternehmen seit geraumer Zeit eine Bestellmöglichkeit für Schutzmasken an. Bei den Bestellungen kommt es derzeit aber zu erheblichen Verzögerungen. ...

Branche
31.03.2020

Keine Lösung in Sachen Mischbetriebe brachte gestern eine Telefonkonferenz unter der Leitung von WKO-Boss Harald Mahrer. Besser sieht’s offenbar in Vorarlberg aus. Nach der Anzeige eines ...

Werbung