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Deutsche sind skeptisch, die Österreicher angeblich nicht.

Zwischen Hype und Ladenhüter: Der Black Friday lahmt heuer ein bisschen

16.10.2020

Während unsere deutschen Nachbarn dem kommenden Preisvernichtungs-Großkampftag bereits mit einer gesunden Skepsis entgegenblicken, scheinen die heimischen Schnäppchenjäger weitgehend unbeeindruckt an die versprochenen Rabatten zu glauben.

Der berühmt-berüchtigte Black Friday fällt heuer auf den 27. November. Dass dieser Tag – wie so viele in diesem Jahr – völlig anders verlaufen wird, wie ansonsten üblich, steht jedenfalls bereits heute fest. Interessant wird nur, ob sich die aktuelle Situation positiv oder negativ auf den Sonderangebotstag auswirken wird.

Zumindest in Deutschland scheint es so zu sein, dass die alljährliche Rabatthatz seine besten Zeiten bereits hinter sich hat. Immer weniger Menschen glauben nämlich den großspurigen Versprechungen rund um den Black Friday. Das Internet ist schließlich jedes Jahr voll davon: Manche kündigen „die besten Deals des Jahres“ an, andere „unglaubliche Rabatte“, und wieder andere lassen bereits Wochen vorher den „Schnäppchen-Countdown“ herunterlaufen.

Wie nun eine Umfrage des Preisvergleichsportals Idealo ergeben hat, wollen zwei von drei Verbrauchern beim diesjährigen Black Friday weniger Geld ausgeben als 2019 oder sich gar nicht erst beteiligen. Drei Viertel der Befragten überlegen sich danach diesmal besonders gründlich, ob sie das begehrte Produkt wirklich brauchen.

Hier spielt freilich auch die Corona-Pandemie mit, die den Konsumenten nicht nur die Einkaufslust verdirbt, sondern auch für weniger Budget sorgt. Rund zwölf Prozent verweisen darauf, dass sich ihre finanzielle Situation infolge der Seuche verschlechtert habe. Das passt übrigens auch zur jüngsten Entwicklung des HDE-Konsumbarometers, das der Handelsverband Deutschland monatlich erstellt. „Die Verbraucher verharren für die kommenden drei Monate in einer eher abwartenden Haltung“, schreiben die Experten.

Deutsche planen sorgfältig

Am Black Friday 2020 planen die Shopper der Idealo-Umfrage zufolge, besonders umsichtig mit ihrem Geld umzugehen und sich von vermeintlichen Supersonderangeboten nicht blenden zu lassen. 49 Prozent definieren im Voraus genau die Produkte, auf die sie es abgesehen haben. 53 Prozent beobachten die Preise bereits Wochen vor dem Stichtag, um sich einen Marktüberblick zu verschaffen und wirklich vorteilhafte Offerten von Schein-Schnäppchen unterscheiden zu können.

Das Vergleichsportal Idealo hat für die Studie zwischen dem 2. und dem 5. Oktober eine Online-Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland durchgeführt, an der 2.049 Personen teilnahmen. Die Ergebnisse sind nach eigenen Angaben repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. „Generell scheinen die deutschen Online-Shopper den Rabatten in diesem Jahr eher kritisch gegenüberzustehen“, fasst Idealo das Gesamtbild zusammen.

28 Prozent der Befragten haben nur bescheidene Rabatterwartungen und geht von Nachlässen zwischen fünf und zehn Prozent aus. Unrealistisch ist das übrigens nicht, wie Idealo schreibt. Nach Auswertungen des Black-Friday-Angebots in früheren Jahren erreichten die Preiszugeständnisse ganze sechs Prozent. Nur bei jedem siebten Produkt waren die Preise um mehr als 20 Prozent reduziert.

Sind die Österreicher planloser?

Ein ganz anderes Bild zeichnet interessanterweise eine aktuelle Erhebung der Offerista Group Austria, in der die Bedeutung des Black Friday in Österreich (und lustigerweise auch in Deutschland)  erhoben wurde. Demnach gibt mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Befragten an, dass ihm der Black Friday wichtig ist. Und 59 Prozent planen dieses Jahr bei einem Black Friday Deal zuzuschlagen. Beinahe jeder Dritte (32 Prozent) gibt zudem an, dass der Black Friday – bedingt durch Corona – für ihn noch wichtiger ist, als bisher. Ein Ergebnis, das eigentlich diametral zur zuvor zitierten Idealo-Umfrage steht.

Black Week statt Black Friday

Der Vollständigkeit halber sei hier allerdings erwähnt, dass der Ersteller dieser Erhebung, die Offerista Group, ebenfalls im Black Friday-Umfeld tätig ist. „Die Wichtigkeit der kommenden Einkaufstage nimmt für unsere Handelskunden jährlich zu. So hatten wir letztes Jahr sehr viele Kundenanfragen, weshalb wir in Österreich eine gesamte „Black Week” aus den Deals der Händler angeboten haben, um den Promotionszeitraum so weiter auszudehnen. Aufgrund der ähnlich hohen Anzahl an Händleranfragen im Jahr 2020 ist erneut eine gesamte Woche zur Bewerbung geplant“, so Geschäftsführer Oliver Olschewski. „Der Bedeutsamkeit der bevorstehenden Einkaufstage wie Black Friday entsprechend, haben wir uns entschieden, die Händler mit einer passenden Aktion zu unterstützen. Dabei werden maßgeschneiderte digitale Maßnahmenpakete geschnürt, um die Sichtbarkeit der Angebote effektiv zu steigern und auf den richtigen Kanälen die passende Zielgruppe zu erreichen“, so Olschewski weiter.

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