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Zurück in die Tourismus-Zukunft: Oder das Geschäft mit der Sehnsucht nach dem Echten

13.08.2014

„Tourismus: Zurück in die Zukunft – Zwischen Authentizität und Inszenierung“ lautete das Thema des dritten miele//stuben21:gesprächs. Passender Weise in der Tourismus-Hochburg Salzburg, genauer gesagt in der dortigen Miele Galerie, suchten Experten nach dem Echten und der Sehnsucht. Und nach der touristischen Zukunft. 

Tourismus – bis vor kurzem hier zu Lande bezeichnenderweise als Fremdenverkehr benannt – ist längst mehr als „Dienst am Fremden“. Tourismus ist Geschäft mit der Freizeit, vielerorts inszenierter Kitsch. Pseudoidylle und vermeintliche Authentizität bieten Allerweltszenarien, druckfrisch aus dem Prospekt. Oder das Actionprogramm. Gäste wollen unterhalten, animiert, bewegt und herausgefordert werden – Freizeitstress als Folge mangelnder Entspannungsfähigkeit?

Genormte Betten ja – genormtes Essen nein

Ob das reicht wurde beim letzten miele//stuben21:gesprächs diskutiert. Wir nehmen die Antwort vorweg. Nein, es reicht nicht. Eine Rückbesinnung nach vorne ist das neue Postulat. Das Authentische ist die Zukunft, der „neue Luxus“, der die Masse von der Avantgarde trennt. Platte Inszenierung war gestern. Genormte Betten ja – genormtes Essen nein. Architektur mit regionalem Schwerpunkt statt Franchise-Optik. Regionalität ist der allgegenwärtige Hoffnungsträger, Nachhaltigkeit die neue Handlungsanleitung.

„Das Hotel der Zukunft muss sich vielfältigen Anforderungen stellen, denn es wird immer mehr zum Ort der Erholung, Arbeit, Inspiration, Gesundheit, Kommunikation. Die Möglichkeiten für Hoteliers sind mannigfaltig und die Erwartungen der Gäste, privat oder geschäftlich, hoch“, meint Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts.

Hinter dem Begriff Tourismus steht aber auch einer der größten „Arbeitgeber“, mit weltweit über 100 Millionen Beschäftigten. Die globale  Freizeitgestaltung ist eine Wirtschaftsmacht mit über 600 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. Tourismus produziert Träume, und bietet an sie möglich zu machen.

„Geschäft mit der Sehnsucht

Also läuft’s doch wirtschaftlich. Warum dann an den Schrauben drehen? „Tourismus ist schon seit geraumer Zeit vor allem auch das Geschäft mit der Sehnsucht. Parallel dazu entwickelte sich die immer stärker werdende Sucht nach dem Authentischen, als Haltegriff gegen die Ungewissheit der Zukunft, gegen die Überforderung des Lebens durch Technologie und Veränderung. Das Ursprüngliche wird immer mehr als Überlebensgarantie gefordert, gleichzeitig jedoch auch perfekt inszeniert und mundgerecht aufbereitet, und in Kombination mit den Ansprüchen der technologisierten Gesellschaft im Heute und Morgen. Zwischen diesen Polen muss der Tourismus heute unser Sehnsuchtsspektrum, in dem wir uns je nach Stimmung, Lust und Laune oder je nach Lebenssituation befinden, immer professioneller erfüllen können“, versucht Susanne Kraus-Winkler, Gesellschafterin der Loisium Weinhotelgruppe und Vizepräsidentin des Europäischen Hotelverbands Hotrec, den Status Quo zu erklären. 

Stuben21 Architekt Hermann Holzknecht sieht’s ähnlich: „Jener Gast, der nur von zu Hause wegfährt, aber nicht wirklich ankommt, dem genügt am Urlaubsort die Inszenierung. Er will nur seinem Alltag entfliehen, oberflächlich beschäftigt werden und möglichst viel für sein Geld konsumieren. Der Gast hingegen, der wegfährt, um woanders anzukommen, will etwas erleben, will die Natur und Kultur am Urlaubsort kennenlernen, möchte durch das Fremde selbst bereichert werden. Er verlangt nach Authentizität.“


miele//stuben21:gespräche – die nächsten Termine:

 

  • Dienstag, 7. 10. 2014, 18.30 Uhr · Miele Galerie Wien
    Heimat versus Zuhause – Ein Aufbruch ins Offene

 

  • Dienstag, 25. 11. 2014, 18.30 Uhr · Miele Galerie Wien
    Wohnen, Kochen & Essen im Morgen – Gemeinsam an einem Tisch
Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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