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Die Ergebnisse des Vorarlberger Leuchtenherstellers Zumtobel sind weiter abgerutscht.

Zumtobel: Unterm Strich Neunmonats-Verlust

06.03.2018

Die Euro-Aufwertung gegenüber dem britischen Pfund und Schweizer Franken und ein intensiver Preiswettbewerb sind Gründe für weitere Verluste Zumtobels. Durch Sparmaßnahmen will das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs.

Beim Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel sind die Ergebnisse nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 wie erwartet weiter abgerutscht. Das bereinigte EBIT (operatives Ergebnis) sank im Jahresabstand von 62,0 auf 20,5 Mio. Euro, und das Periodenergebnis rutschte nach positiven 29,8 Mio. mit -1,7 Mio. Euro leicht ins Minus. Das EBIT insgesamt viertelte sich auf 13,9 (49,9) Mio. Euro.

Beim Konzernumsatz verbuchte man wegen negativer Währungseffekte und deutlicher Rückgänge in Großbritannien einen Rückgang um 6,7 Prozent auf 908,1 Mio. Euro, teilte das Unternehmen mit. Nun bekräftigte man fürs Gesamtjahr 2017/18 (per 30.4.) weiterhin das Ziel eines operativen Ergebnisses (bereinigtes EBIT) von 15 bis 25 Mio. Euro nebst 8 Prozent Umsatzrückgang. Bei der weiteren geplanten Kostenreduktion werde vieles auf den Prüfstand gestellt, gibt man zu verstehen.

Umsatzrückgänge und Preiswettbewerb

Trotz des währungsbereinigten Umsatzrückgangs von 4,6 Prozent in den ersten neun Monaten habe man im saisonal schwachen dritten Quartal aufgrund der eingeleiteten Sparmaßnahmen ein ausgeglichenes operatives Ergebnis (von 0,2 Mio. Euro) erzielt. Freilich waren es ein Jahr davor 10,0 Mio. Euro gewesen. Währungsseitig belasteten vor allem die Euro-Aufwertung gegenüber dem britischen Pfund und dem Schweizer Franken. Dies allein schmälerte die Erlöse um 20,7 Mio. Euro. Regional waren die Umsatzrückgänge vor allem im wichtigsten Absatzmarkt Großbritannien mit mehr als 20 Prozent „sehr ausgeprägt“, so das Unternehmen.

Belastet worden sei die Ertragsentwicklung neben den Erlösrückgängen auch durch einen intensiven Preiswettbewerb, erklärt Zumtobel zu den Neunmonatsziffern. Die Marge des bereinigten EBIT sank im dritten Quartal auf 0,1 (3,3) Prozent, in den drei Vierteljahren zusammen auf 2,3 (6,4) Prozent. Sowohl im Leuchten-als auch im Komponentensegment wurde durch die Umsatzrückgänge und einen sehr intensiven Preiswettbewerb die Profitabilität sehr belastet.

Weitere Sparmaßnahmen geplant

Im Ausblick heißt es, die erhoffte Erholung in der Beleuchtungsindustrie sei „kurzfristig nicht absehbar“, die allgemeine Entwicklung liege weiter hinter den ursprünglichen Erwartungen. Der Vorstand habe sich zum Ziel gesetzt, „die operative Entwicklung zu stabilisieren, die eingeleiteten Einsparmaßnahmen mit aller Konsequenz umzusetzen und parallel dazu mit einem verschlankten Management-Team eine strategische Roadmap mit klaren Maßnahmen und Zielen zu entwickeln“, die man zur Jahresbilanz im Juni präsentieren wolle.

Eine weitere Reduzierung der Strukturkosten sei unabdingbar. Dabei würden „sämtliche Strukturen, Unternehmensabläufe, aber auch Märkte und Produktportfolios auf den Prüfstand gestellt“. In diesem Zusammenhang würden schon im vierten Quartal (Februar bis April) zusätzliche Restrukturierungsaufwendungen entstehen. Zumtobel solle möglichst schnell wieder auf einen nachhaltig profitablen Wachstumskurs gebracht werden.

Anfang Februar hatte Zumtobel-CEO Ulrich Schumacher überraschend sein Amt zurückgelegt. Bis auf Weiteres übt Alfred Felder die Vorstandssprecheraufgabe zusätzlich zu seiner Funktion als Vertriebsvorstand aus. Auch die Finanzvorständin Karin Sonnenmoser (CFO) verlässt das Unternehmen Ende Juni. Ende Jänner hatte Zumtobel die zweite Gewinnwarnung innerhalb von nur drei Monaten herausgeben müssen.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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