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ZTE bläst zum Großangriff auf den Handymarkt: Österreich wird zur Drehscheibe für Osteuropa

12.10.2012

Die Finnen gehen, die Chinesen kommen. ZTE, weltweit bereits der viertgrößte Handyhersteller, will künftig von Wien aus Europas Osten erobern. Dem noch nicht genug soll auch der Umsatz in diesen Markt (Österreich/Osteuropa) bis 2014 verdoppelt werden. Weltweit strebt man übrigens den dritten Platz am Handymarkt an. Dabei mithelfen soll das neue "ZTE Grand X In"-Smartphone, das erste Produkt mit Intels neuem Atom-Prozessor.

Die Voraussetzungen könnten freilich besser sein. In den USA ist ZTE (gemeinsam mit der ebenfalls chinesischen Huawei) schwer unter Beschuss geraten. Der US-Kongress vermutet nämlich, dass die chinesische Regierung auf die Unternehmen Einfluss nehme und warnt in diesem Zusammenhang vor Industriespionage. Zugleich stehen Vorwürfe im Raum, dass ZTE mit dem Iran Geschäfte mache - trotz Sanktionen. Eine Zusammenarbeit mit Netzwerkausrüster Cisco wurde von den Amerikanern deswegen bereits aufgekündigt.

Nicht nachvollziehen kann diese Vorwürfe He Shiyou, Chef der Mobilgeräte-Sparte von ZTE. Wie er auf der Pressekonferenz in Wien sichtlich gelassen betont, sei ZTE ein „sehr transparentes Unternehmen“, das sich auch gerne „jederzeit überprüfen“ lassen würde. „Wir bieten unseren Kunden sogar die Möglichkeit, selbst Prüfungen durchzuführen. Viele haben das auch bereits getan“, meinte Shiyou. Auswirkungen aufs Handy-Geschäft, hätten die Vorwürfe bislang jedenfalls keine gehabt.

In Österreich brummt das Geschäft

Dieses läuft hierzulande überhaupt recht gut, wie ZTE Österreich & Osteuropa-Chef Alexander Schuster bestätigt. „In den vergangenen zwei Jahren konnten wir unsere Umsätze verdoppeln und Aufträge im Wert von 100 Millionen Euro einfahren.“ Den größten Teil des Kuchens machen hier freilich noch die Einnahmen aus dem Netzwerkausrüster-Geschäft (ca. 80 Prozent) aus, das Endgeräte-Segment wird aber zunehmend wichtiger.

Bis 2014 sollen die Umsätze erneut verdoppelt werden, weshalb man in Wien auch das Hauptquartier für Zentral- und Osteuropa aufschlägt. Schuster: „Österreich ist der Brückenkopf für unsere Expansion nach Zentral- und Osteuropa. Das wird auch unserem Umsatz zusätzlichen Antrieb geben.“ Für den Standort Österreich bedeutet das wiederum, dass in den nächsten Monaten eine wesentliche Steigerung heimischer Wertschöpfung zu erwarten ist. Derzeit sind bereits 80 Mitarbeiter bei ZTE beschäftigt.

Hardwareseitig hat ZTE das neue „Grand X In“ nach Wien mitgebracht. Das Smartphone verfügt über ein hochauflösendes 4,3 Zoll-Display und eine 8 Megapixel-Kamera. Der 1650 mAh-Lithium-Ionen-Akku soll für eine lange Laufzeit sorgen. Weitere Features des 127 x 65 x 9,9 Millimeter großen Handys: Bluetooth 2.1, WLAN und WiFi Direct, DLNA und Mobile HD Link (mittels Mikro-USB) für Kurzstreckenverbindungen. Derzeit wird das Gerät nur bei T-Mobile/tele.ring angeboten, ob’s auch auf den offenen Markt kommt, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden, so Schuster.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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