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Wer will mich? Niedermeyer-Flächen nicht für Jedermann

18.04.2013

Wer will mich? 53 der 98 Filialen musste Niedermeyer am 8. April zusperren. Nun beginnt das Rennen um die Standorte. Vor allem die lokalen Flächen stehen frei. Für Elektrohändler sind diese aber ungeeignet, sagen die Standortforscher von RegioPlan Consulting. Branchen-Player sollten sich eher in den regionalen Handelszonen umschauen. Doch dort ist die Konkurrenz sehr, sehr groß.

Die meisten der inzwischen geschlossenen Niedermeyer-Filialen befinden sich in lokalen und regionalen Handelszonen. Während lokale Handelszonen auf die Abdeckung des kurzfristigen Bedarfs in Form von Lebensmitteln, Drogerieprodukten, Gastronomie, Apotheken, Blumengeschäften oder Trafiken spezialisiert sind, gibt es in den regionalen Handelsagglomerationen zusätzlich zum kurzfristigen Bedarf auch Produkte des mittel- und langfristigen Bedarfs – so zum Beispiel Mode oder eben auch Elektronik.

Wenig Platz für Elektrohändler

Wer die geschlossenen Standorte unter die Lupe nimmt, stellt fest, dass die Standorte in regionalen Handelszonen, wie beispielsweise die Shopping Center Auhof oder die Lugner-City in Wien also von Anbietern im Mode-, Accessoires- oder Elektronikbereich nachbesetzt werden könnten, meinen die Fachköpfe von RegioPlan. Wobei Vorsicht geboten ist: Gerade die E-Branche sehr hart umkämpft ist. Es gibt kaum noch Platz in attraktiven Zonen. So sind etwa in der Lugner City Media Markt und DiTech einquartiert, im Auhof-Center Saturn und DiTech.  

Und die vielen Niedermeyer-Standorte mit lokaler Funktion? Wie erwähnt, eignen diese sich in erster Linie für Geschäfte für den kurzfristigen Bedarf. Dabei geht’s um Standorte an den Hauptplätzen vieler Bezirkshauptstädte.

Elektrohandel als Nahversorgung?

 

Bei der Standort-Frage kommt ein entscheidender Strategie-Fehler von Niedermeyer ans Tageslicht. „Lange Zeit hieß es, dass Niedermeyer ein Elektro-Nahversorger sei, was im Sinne der oben erklärten Funktionen von Handelszonen und des angebotenen Sortiments nur bedingt funktionieren kann“, heißt es seitens RegioPlan. Elektrohändler, die in lokalen Handelszonen eine Chance haben, seien zum Beispiel Handy-Shops. Oder der Händler setze auf ein Konzept mit einem geringeren Elektrowarenanteil, wie es etwa Hartlauer an vielen Standorten macht.

 

Einige der Niedermeyer-Flächen ist bereits vergeben. Der Modehändler Jamal Al Wazzan soll zugegriffen haben. „Es ist uns gelungen, bereits einen Teil der geschlossenen Filialen zugunsten der Masse zu verwerten“, sagt Insolvenzverwalter Georg Freimüller. Gespräche mit weiteren potenziellen Investoren laufen, meint auch Werner Weber, Geschäftsführer von Niedermeyer. Diese werden noch einige Wochen dauern. Zu den Interessenten könne Weber aufgrund der Sensibilität zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine Details nennen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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