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Wenn sich der Hund in den Schwanz beißt: Diskussion um Glühbirnen-Verbot dreht sich im Kreis

17.03.2009

Dennoch dominiert in der aktuellen Diskussion zum Glühlampen-Verbot die reine Schwarz-Weiß-Malerei.

Während die Einen nur die positiven Seiten der Energiesparleuchten herausstreichen, verteufeln die Anderen diese. Das Nachrichtenmagazin profil behauptet in der heutigen Ausgabe, die EU-Kommission gehe vor Siemens/Osram und Philips in die Knie. Da die Zukunft der LED-Technik gehöre, würden die beiden europäischen Konzerne auf ihren Energiesparlampen-Fertigungslinien sitzen bleiben. Daher komme das Glühbirnen-Verbot gerade rechtzeitig. Was dabei allerdings verschwiegen wird: Beide Konzerne stehen bei der Entwicklung von qualitativ hochwertigen LED-Leuchtmitteln an vorderster Front und haben LED-Lampen und -Leuchten in ihrem Portfolio. Das Verbot sei ein Akt beispielloser Bürokratenwillkür, die Technologie der Sparlampen überholt und hochtoxisch. profil spricht sogar von "Giftlampen" und zitiert LED-Lobbyist Günther Leising von der TU-Graz, der die Energiesparlampen als Sondermüll bezeichnet. Die zusätzlichen Belastungen für Mensch und Ökosystem seien erheblich. Warum manche Medien und Wissenschaftler Gift und Galle spucken? Energiesparlampen benötigen ebenso wie herkömmliche Leuchtstofflampen Quecksilber zur Lichterzeugung.

"Spezielle Vermutungen über mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Energiesparlampen sind wissenschaftlich haltlos und schüren bei Konsumentinnen und Konsumenten in Wahrheit unbegründet Ängste", hält Manfred Müller, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) dagegen. Die Technologieentwicklungen der letzten Jahre würden sicherstellen, dass nur mehr sehr geringe Mengen (rund zwei Milligramm) Quecksilber verwendet werden. Selbst wenn die Lampe zerbricht, bestehe keine Gefahr für Menschen. Zusätzlich bringt der FEEI Testergebnisse von Konsument in die Diskussion ein. In einer Aussendung des Testmagazins heißt es, dass die Gerüchte um gesundheitsgefährdende Auswirkungen von Energiesparlampen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht standhalten. Außerdem hätten Glühbirnen wegen des fünfmal höheren Stromverbrauchs sogar eine schlechtere Quecksilberbilanz.

Allerdings darf man Sparlampen nicht einfach so in den Müll werfen, sondern muss sie bei den Altstoff-Sammelstellen bzw. beim Händler zurückgeben. Vergessen wird oft, dass auch bei Glühbirnen viel Restmüll anfällt, rund sechs bis acht Mal so viel. >>>

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