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Weniger Firmeninsolvenzen gesamt: aber mehr Pleiten in der Elektrobranche

24.09.2013

In Summe wurden in den ersten neun Monaten 4.059 Unternehmen insolvent. Das ist der niedrigste Wert seit 2001. Allerdings steigen mit 5,7 Milliarden Euro die Passiva auf Rekordhöhe. Und mit 27.200 sind mehr Dienstnehmer betroffen, als je zuvor. Negativ fallen die Zahlen in der Elektrobranche aus: Sowohl die Insolvenzzahl als auch die Passiva kraxelten in den ersten neun Monaten nach oben – auch ohne Niedermeyer.   

Die größte Pleite im Elektrohandel war natürlich Niedermeyer. Der Schuldenberg war am Ende 35 Millionen Euro hoch, 580 Mitarbeiter waren betroffen. Der Ausverkauf der Flächen hat längst begonnen.

 

Ohne Niedermeyer verzeichnete der KSV1870 in der Branchen-Sparte Elektro/Elektronik in den ersten neun Monaten insgesamt 49 weitere Insolvenzen. Davon wurden 36 eröffnet und 13 mangels Vermögen abgewiesen. Die Passiva belaufen sich auf 44 Millionen Euro.

 

Im Vergleichszeitraum des Vorjahres registrierte der KSV 45 Insolvenzen in der Elektro/Elektronik-Branche, 32 davon eröffnet. Die Passiva lagen mit 31,3 Millionen Euro deutlich unter den diesjährigen Wert – auch wenn man Niedermeyer herausrechnet.    

 

Diese Zahlen machen die derzeitig schwierige Situation des Elektrohandels zwischen den internationalen Versendern mit ihren Abgabevorteilen, dem Preisdruck und der Marktsättigung in den bekannten Bereichen deutlich. Denn über alle Branchen gesehen, gehen die Insolvenzen deutlich zurück und befinden sich auf dem niedrigsten Niveau seit zwölf Jahren. Wobei sowohl die Passiva als auch die Zahl der betroffenen Mitarbeiter so hoch wie nie ausfällt.  

 

Gesamtzahlen

 

In den ersten neun Monaten wurden hochgerechnet 2.405 Insolvenzverfahren über österreichische Unternehmen eröffnet: Das sind um 201 Fälle weniger, als im Vorjahreszeitraum. Insolvenzanträge mangels Vermögens der Schuldner führten in 1.654 Fällen zu nicht eröffneten Verfahren, um 196 Fälle weniger als 2012. Insgesamt sanken die Insolvenzen in den ersten neun Monaten um neun Prozent auf 4.059.

 

Das klingt gut. Allerdings sind die Passiva mit fast sechs Milliarden Euro so hoch wie nie. Dazu kommt, dass 27.200 Dienstnehmer von den knapp über 4.000 Firmen-Insolvenzen betroffen sind. Es waren nie mehr.

 
"Managementfehler, nicht konjunkturelle Lage"

Klar, die Hauptursache für die beiden Negativ-Rekorde ist der Untergang der Alpine Gruppe. Diese Insolvenz betraf 5.000 Mitarbeiter und verursachte Passiva in der Höhe von 3,5 Milliarden Euro. Sie verzerrt natürlich das Bild. “Die Insolvenz der Alpine Bau-Gruppe ist auf Managementfehler oder besser gesagt Managementversagen zurückzuführen, und nicht auf die allgemeine konjunkturelle Lage. Daraus aber den Schluss zu ziehen, es wäre ohnehin alles im grünen Bereich, wäre vollkommen verfehlt. Manche Prüfungen stehen uns noch bevor“, meint KSV-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner.  

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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