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WEEE-Richtlinie nimmt jetzt auch Versandhandel in die Pflicht: Österreicher weiter E-Schrott-Sammelmeister

20.09.2012

Die Österreicher haben 2011 – wieder einmal - mehr Elektroschrott gesammelt als im Jahr davor. Die Sammelmenge der privaten Haushalte erhöhte sich um 2,5 Prozent auf rund 74.800 Tonnen - das waren im Schnitt 9,32 Kilogramm pro Kopf. Änderungen in der WEEE-Richtlinie haben außerdem den Geltungsbereich an die technischen Weiterentwicklungen angepasst. Will heißen: künftig wird sich auch der (ausländische) Versandhandel verantworten müssen.

So wird der Fernabsatzhandel beispielsweise dazu verpflichtet, im Empfangsland einen Bevollmächtigten zu ernennen, der für den Versandhändler die Herstellerpflichten erfüllen muss. Also quasi die Verantwortung für die Finanzierung der Sammlung und Behandlung wahrnehmen soll. Reinhard Mang, Generalsekretär im Lebensministerium, rechnet dadurch mit einer deutlichen Verbesserung der Finanzierung der per Internethandel in Verkehr gesetzten Geräte.

Mit Freude zur Kenntnis genommen hat diese Änderung Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik. „Es ist dringend erforderlich, jene Versandfirmen, die direkt an österreichische Konsumenten liefern, ebenfalls in die Pflicht zu nehmen. Es kann nicht angehen, dass Handel und Konsumenten in Österreich zahlen müssen, während die Wertschöpfung zu 100 Prozent im Ausland liegt. Mit der derzeitigen Situation stützt der heimische Handel sozusagen direkt die ausländische Konkurrenz - dies kann weder im Sinne der Wirtschaftstreibenden, noch der Angestellten oder Konsumenten in Österreich sein.“

Ebenfalls eine Lösung zeichnet sich in der, für den Elektrohandel ziemlich brennenden Frage, nach der so genannten 0:1-Rücknahme für kleine Geräte durch große Handelsgeschäfte (>400 qm) ab. Wobei „…die Größendefinition ohnehin nutzlos ist. Ich kann einem Konsumenten ja nicht sagen, ich hab nur 230 qm und muss deine Geräte daher nicht zurück nehmen“, so Krejcik. Grundsätzlich sieht die Richtlinie ja vor, dass der Handel künftig auch ohne Neukauf eines Gerätes Altgeräte zurücknehmen muss. Damit soll eine verstärkte Sammlung in den Mitgliedstaaten erreicht werden. Da aber in Österreich eine für den Konsumenten europaweit einzigartig gute Sammelinfrastruktur besteht und in jeder Gemeinde Rückgabemöglichkeiten geschaffen wurden, kann eine Ausnahme dieser für Handelsbetriebe belastenden Verpflichtung nun in Anspruch genommen werden.

Neue Webseite soll Jugend ansprechen

Während sich ältere Menschen eher über Printmedien, wie Tageszeitungen oder auch Regional- und Gemeindemedien sowie die Medien der Abfallverbände über die richtige Entsorgung informieren, zählt für die Jugend das Internet zur Hauptinformationsquelle, sowohl was Kauf als auch Entsorgung von Elektrogeräten betrifft. Aus diesem Grund ist ab heute eine neue Website, die von der Koordinierungsstelle in Kooperation mit Arbeiterkammer, Gemeindebund, Lebensministerium, Österreichische Sammel- und Verwertungssysteme für EAG und Altbatterien, Städtebund, Wirtschaftskammer Österreich erstellt wurde, online.

Unter www.elektro-ade.at findet man auf einen Blick die wichtigsten Informationen für die Letztverbraucher und Letztverbraucherinnen zum gesamten Themenkomplex "Reparieren, Entsorgen, Sammeln, Verwerten" sowie einen praktischen Sammelstellenfinder. Durch Eingabe der Postleitzahl wird auf Knopfdruck österreichweit die nächstgelegene Sammelstelle mit Adresse und Öffnungszeiten angezeigt.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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