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„Wanzen“ im Lebensmittel-Handel: Nicht nur bei Lidl wurden Angestellte bespitzelt

07.04.2008

Wie stern.de berichtet, haben auch diese Supermärkte sowohl Arbeitsleistung wie auch intime Details über das Privatleben der Mitarbeiter protokolliert.

Dabei sind offenbar auch Minikameras zur Überwachung zum Einsatz gekommen. Der einzige Unterschied zu Lidl soll darin bestehen, dass die Anzahl der Protokolle bei Plus und Edeka weitaus geringer ist. Unterdessen hat Plus die Existenz der Protokolle bestätigt. Dennoch wurden "die Notizen des externen Mitarbeiters nicht explizit beauftragt und werden weder ausgewertet noch weiter genutzt", so das Unternehmen.

Wie auch beim Lidl-Skandal soll das Plus- und Edeka-Management Sicherheitsunternehmen beauftragt haben, die - offiziell als Ladendetektive getarnt - in den Märkten auch Angestellte ausgespäht haben. Diese waren jeweils eine Woche lang in den Filialen unterwegs und vermerkten ihre Beobachtungen minutiös in seitenlangen Berichten. Edeka bestätigt die Existenz der Protokolle: "Diese Details wurden uns von der Sicherheitsfirma über den Auftrag hinaus angeboten. Die Informationen interessieren uns aber nicht", heißt es. Ausgerechnet Plus betont auf seiner Homepage die Wichtigkeit einer "vertrauensvollen Zusammenarbeit" mit den Angestellten …

"Nicht das hellste Kind"

Laut stern.de-Bericht erfahren hochrangige Plus-Manager durch die systematisch durchgeführte Spionage, welche Gespräche die Angestellten untereinander führen, wer mit wem in einem Haus wohnt oder dass Frau C. über Frau T. denkt, sie sei "überfordert" und "nicht das hellste Kind". Als Reaktion hat die Edeka-Regionalgesellschaft Minden-Hannover die Zusammenarbeit mit der Sicherheitsfirma nach eigenen Angaben vorerst gestoppt.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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