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Vertragskündigung kein „Einzelschicksal“: Offener Briefwechsel mit GfK Austria

14.10.2007

Wir haben diesmal aus gutem Grund abgewartet, wie unser Mitbewerb eine Vertragskündigung aufnimmt, die auch dem Elektrojournal zugestellt wurde - von GfK Austria.

Irgendwann haben wir aufgehört mitzuzählen. Zumal sich auch das Editorial in der jüngsten Ausgabe des Mitbewerberblatts mit dem Elektrojournal beschäftigt. Selbstverständlich ohne Namensnennung, man hat ja "Stil". Dafür netterweise mit einer traditionell ermüdenden Einleitung. Wodurch bis zu den ebenso traditionell haltlosen Angriffen auf das Elektrojournal dem Leser eine gehörige Portion Durchhaltevermögen abgerungen wird.
Doch wenn das Ego für einen Autor im Vordergrund steht, kann er sich schließlich nicht um Nebensächlichkeiten kümmern...

Mit Jahresbeginn 2008 stellt GfK Austria die Lieferung von Marktdaten an das Elektrojournal ein

Gar nicht erstaunt waren wir dagegen, dass man uns vier Seiten danach zu einer ganz bestimmten Thematik nicht einer einzigen abfälligen Bemerkung "würdigte" - obwohl beide Publikationen gleichermaßen davon betroffen sind. Davon nämlich, dass GfK Austria den Vertrag auf Lieferung von Marktdaten gekündigt hat!

Offenkundig wollte man hier tatsächlich den Eindruck erwecken, dass man das einzige Branchenmedium sei, dessentwegen GfK Austria die Versendung der Markterhebungen künftig einstellen wird. Diese Überheblichkeit war zu erwarten - und ist auch nicht durch eine längere Partnerschaft zwischen GfK und unserem Mitbewerb zu rechtfertigen, der sich darüber beklagt, dass diese "so je beendet" wurde…
Denn selbst wenn sich die Rechtschreibung nicht ganz so verändert hat, wie man bei mancher Lektüre vielleicht annehmen könnte - die Medienlandschaft hat sich mit den Jahren sehr deutlich verändert:

Wo sonst konnte und kann die Elektrobranche prompt nach Aussendung durch GfK die kompletten Marktberichte zur Telekommunikation, zur Unterhaltungselektronik, zur Information Technology sowie zu den Kleingeräten und den Hausgeräten einsehen, außer in Elektrojournal Online? Na, eben!
Und die seit Jahren stark steigenden Zugriffsraten lassen den Schluss zu, dass sie zu der Entscheidung von GfK Austria maßgeblich beigetragen haben. Was wir aus dieser Sicht natürlich äußerst bedauern.

Deshalb zur endgültigen Klarstellung: Auch dem Elektrojournal entzieht der Marktforscher ab 2008 den Einblick in die von ihm erhobenen Daten über den Markt der heimischen Elektrobranche. Und damit klarerweise - sehr zum Leidwesen der Branche - ebenso dem Fachhandel und jenen Teilen der Lieferanten, die sich den Bezug des GfK-Materials nicht leisten wollen oder können.

Es steht daher außer Frage, dass wir über diesen Entschluss von GfK Austria aus ähnlichen Gründen wie unser Mitbewerb (um hier zumindest eine Gemeinsamkeit zu finden) bestürzt sind - und auch sehr aufgebracht waren, weil wir dahinter vorerst alle möglichen Ursachen vermutet hatten. Was durch den nachstehenden Auszug der Korrespondenz zwischen GfK Austria-Division Manager Ewald Kainz und Elektrojournal-Chefredakteur Werner R. Deutsch entsprechend dokumentiert werden kann.


03. September:
Sehr geehrter Herr Kainz,

Ihr heute postalisch eingelangtes Schreiben, datiert mit 30. August d.J., Betreff "Vertragskündigung", ist ebenso rätselhaft ("auf Grund vielfacher Hinweise unserer Auftraggeber und Handelspartner") wie befremdlich, zumal ich in Anbetracht der zumindest aus meiner Sicht bisher tadellosen Zusammenarbeit mit GfK Austria davon ausgegangen bin, dass allfällig auftretende Probleme - welcher Natur auch immer - mit mir bzw. der Redaktion erst einmal erörtert werden, bevor man uns vor vollendete Tatsachen stellt.
Dessen ungeachtet impliziert Ihr Schreiben (nicht anders ist es aufzufassen), dass wir uns gegenüber GfK Austria in irgendeiner Weise unkorrekt verhalten haben, was ich vorsorglich mit aller Entschiedenheit zurückweise!
Ich fordere Sie daher auf, die von Ihnen ausgesprochene Kündigung uns gegenüber plausibel zu begründen. Sollte sich dahinter (was ich persönlich nicht glauben möchte) eine willkürliche bzw. branchenpolitisch bewirkte Ausgrenzung unseres Mediums verbergen, müsste ich zwangsläufig unsere Geschäftsführung damit befassen (…)

Mit freundlichen Grüßen
Werner R. Deutsch
CR Elektrojournal


04. September:
Sehr geehrter Herr Deutsch,

zunächst einmal ein Danke für Ihr Schreiben, dessen Inhalt ich vollständig nachvollziehen kann.
Bitte gehen Sie davon aus, dass unser Entschluss nicht im geringsten mit Ihnen persönlich oder Ihrem geschätzten Journal zusammenhängt! Sie haben sich nicht nur stets korrekt verhalten, sondern haben auch immer vollständig in unserem Sinne publiziert.
Umso mehr bedauern wir Ihre Bedenken hinsichtlich einer Ausgrenzung Ihres Mediums. Wir haben das gleichlautende Schreiben auch an Ihr Mitbewerbsjournal gerichtet.
Und das mit folgendem Hintergrund:
(…)
Im Moment sind wir zum Beispiel dabei, den Internetkanal auf eine noch breitere Basis zu stellen und weiter Stichproben-Betriebe anzuwerben. Dabei wurden wir sehr oft darauf hingewiesen (daher unser Passus "...vielfacher Hinweise..."), dass man keinen besonderen Nutzen darin sieht, mit uns zusammenzuarbeiten, "wo man doch ohnehin alles in der Fachpresse nachlesen kann".
Und genau so kamen von Seiten der Industrie Stimmen, die uns darauf hinwiesen, dass man nicht ganz einsehe, ein so hohes Honorar zu zahlen, wenn man wesentliche Teilinformationen auch der Fachpresse entnehmen kann…
Sehr geehrter Herr Deutsch, ich hoffe, Sie können nun auch unseren
Standpunkt nachvollziehen.
Bitte gehen Sie davon aus, dass wir die partnerschaftliche Beziehung zu Ihnen nicht abbrechen, sondern in der bisher gehandhabten Form aus den dargestellten Gründen deutlich einschränken müssen.
Sollten Sie punktuell Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an uns. Wir werden uns bemühen, Sie weitestgehend nach Abwägung der jeweiligen Möglichkeiten zu unterstützen.
Ich bedaure nochmals, dass unser Schreiben zu Irritationen geführt hat, und verbleibe mit den besten Wünschen und

mit freundlichen Grüßen,
GfK Austria GmbH
Geschäftsleitung
ppa. Ewald Kainz
Division Manager
Retail and Technology


04. September:
Sehr geehrter Herr Kainz,

vielen Dank für Ihre aufklärenden Zeilen, für die ich freilich noch ein bisserl dankbarer gewesen wäre, hätten sie zumindest in gestraffter Form auch in Ihrem Einschreiben Einzug gefunden - zumal ich mir über die Beweggründe der Vertragskündigung letzte Nacht wirklich den Kopf zerbrochen habe.
(…)
Für die Elektrobranche selbst bedeutet der GfK-Informationsentzug gegenüber den beiden Fachmedien naturgemäß einen Rückschritt, zumal die allgemeinen Marktdaten gerade für engagierte kleinere Fachhändler eine wichtige Orientierung darstellten. Zwar hatte ich in den beiden letzten Jahren den Eindruck, dass immer mehr Industrieunternehmen auf den Kauf von GfK-Daten verzichten - als offizielle Begründung dafür wurde mir aber stets vermittelt, dass man die eigene Bewertung durch GfK Austria nicht immer nachvollziehen könne. (…)

Mit freundlichen Grüßen
Werner R. Deutsch
CR Elektrojournal

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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