Direkt zum Inhalt

Urteil wegen Steuerhinterziehung: hohe Geldstrafen für Tiroler Elektrounternehmer

12.08.2013

Am Freitag wurde das Urteil gesprochen: Das Gericht verurteilte die Gesellschafter des Tiroler Elektrounternehmens Schuler zu hohen Geldstrafen. Sie sollen Steuern und Abgaben in der Höhe von insgesamt 3,3 Millionen Euro hinterzogen haben. Die Strafen hätten noch weit schlimmer ausfallen können.

Bis 2004 sollen die Steuer-und Abgabenhinterziehungen zurückliegen. Das System war einfach. Kunden von Elektro Schuler, die etwa eine Küche um 20.000 Euro kauften, bekamen eine Rechnung über 15.000 Euro ausgestellt. Der Rest wurde schwarz kassiert. Teils wurde das Schwarzgeld von den Gesellschaftern selbst verwendet, teils wurden damit Gehälter oder Ausschüttungen finanziert, wie tirol.orf.at berichtet. Bis 2010 kam so ein beachtlicher Hinterziehungsbetrag von beachtlichen 3,3 Millionen Euro zusammen.

Nun sprach das Innsbrucker Landesgericht ein Urteil. Die geschäftsführende Gesellschafter wurde zu 1,2 Millionen Euro Geldstrafe verurteilt, die beiden anderen zu 600.000 und 700.000 Euro Geldstrafe, jeweils zur Hälfte bedingt. Das Unter­nehmen selbst trifft zudem eine Verbandsgeldbuße in der Höhe von 100.000 Euro, ebenfalls zur Hälfte bedingt.

Damit fiel das Urteil noch glimpflich aus. Es wäre eine zur Hälfte bedingte Geldstrafe von bis zehn Millionen Euro möglich gewesen. Richter Günther Böhler meinte zudem, dass es bei einem Steuerbetrug in dieser Dimension eigentlich nur Haftstrafen geben könne. Allein das Vorliegen von außerordentlichen Milderungsgründen, wie hier die gänzliche Schadenswiedergutmachung und umfassenden Geständnisse, ließen die Verhängung von Geldstrafen zu, berichtet die Tiroler Tageszeitung. Der vierte Gesellschafter wurde freigesprochen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Branche
07.04.2020

Die Regierung hat einen Stufenplan zur Wiederaufnahme des wirtschaftlichen und sozialen Normalbetriebs vorgestellt, wobei der Handel Mitte April zumindest teilweise wieder starten darf.

Mit verschiedenen Maßnahmen sollen Unternehmen Hilfe bei finanziellen Problemen aufgrund der Coronakrise erhalten.
Aktuelles
25.03.2020

Vom Härtefallfonds bis zu Steuerererleichterungen – Experten der WKO geben einen Überblick, mit welchen Maßnahmen Unternehmen finanzielle Hilfe bekommen können.

Branche
09.12.2019

Mit einem aufmerksamkeitsstarken Inserat in der gestrigen Kronen Zeitung rückt das Bundesgremium des Elektro- und Einrichtungsfachhandels die Leistungen seiner Mitglieder ins richtige Licht. Es ...

Branche
19.11.2019

Wolfgang Krejcik sieht den österreichischen Elektrohandel für die Kundenwünsche im heurigen Weihnachtsgeschäft gut vorbereitet. „Großformatige Fernseher sollen dieses Jahr besonders gut gehen, ...

Branche
09.01.2019

Auf Umsatzrückgänge im Einzelhandel führt der südoststeirische Elektrohändler seine Zahlungsunfähigkeit zurück. Jetzt wurde die Notbremse gezogen und ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung ...

Werbung