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Gesamtinsolvenzen im Bundesländervergleich 2015

Unternehmensinsolvenz rückläufig aber keine Konjunktur

17.12.2015

Insgesamt verzeichnet die Insolvenzstatistik 2015 der KSV1870 nur 5.126 insolvente Firmen. Das entspricht einem Rückgang von 5,5 Prozent. Gestiegen ist allerdings die Anzahl der betroffenen Dienstnehmer und zwar um 1,4 Prozent.

Dieser Anstieg der betroffenen Mitarbeiter ist vor allem dem Insolvenzfall Zielpunkt geschuldet. Ohne diesen wäre die Zahl gegenüber dem Vorjahr sogar um elf Prozent gesunken. Die Verbindlichkeiten selbst liegen mit 2,4 Milliarden Euro um 17 Prozent unter jenen des Vorjahres. Dem zugrunde liegt nach Insolvenzexperten Dr. Hans-Georg-Kantner aber keineswegs eine Konjunktur, sondern eine Kombination von Stagnation und niedrigen Zinsen: „Was wie global warming der Wirtschaft aussieht, ist in Wirklichkeit ein beunruhigendes Phänomen: wenig Neugeschäft – zögerliche Kredite – eine Fokussierung auf Werterhalt und Immobilientransaktionen bei den Investoren. Wie soll da die Wirtschaft wachsen und florieren?“

Mit Ausnahme von Wien können alle Bundesländer Rückgänge bei den Insolvenzen verzeichnen. In Tirol und Vorarlberg sind diese sogar zweistellig, da die Länder stark vom Tourismus und einer exportorientierten industriellen Produktion profitieren. Ähnliche Vorteile haben auch Oberösterreich und die Steiermark. Damit scheinen die kriseninduzierten Insolvenzen der Jahre 2009 überwunden zu sein.

Ausblick 2016

In der Exportgüterindustrie helfen vor allem niedrige Rohstoffpreise. Diese Situation dürfte auch 2016 anhalten. Auch die Zinsen werden auf absehbare Zeit niedrig bleiben, weshalb mit keinem wesentlichen Anstieg an Insolvenzen zu rechnen ist. Allerdings hat sich der Abstand der Jahreszahlen zum Vorjahr seit Mitte 2015 deutlich verringert. Lagen die Insolvenzen zur Jahresmitte noch mit 10,4 Prozent unter dem Vergleichswert, so hat sich der Puffer nahezu halbiert. Sollte sich dieser Trend fortsetzen werden sich die Insolvenzen 2016 in die Richtung des Niveaus des Jahres 2014 entwickelt. Das würde einem leichten Zuwachs im unteren einstelligen Prozentbereich entsprechen. 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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