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Toshiba bittet um Finanzspritze

29.01.2016

Insidern zufolge bittet Toshiba Finanzinstitute um Hilfe beim Bau eines neuen Atomkraftwerks in Großbritannien. Der Bilanzskandal um zu hoch ausgewiesene Gewinne erschwere es dem angeschlagenen Elektronik-Konzern das Geld für die nötigen Vorleistungen selbst beizusteuern, so mit dem Vorgang vertraute Personen.

Bei Toshiba wird Geld für mögliche Strafen zur Seite gelegt

Insgesamt gehe es um einen Kostenanteil von mehr als 1,8 Milliarden Euro. Toshiba selbst wollte sich dazu nicht äußern. Üblicherweise finanzieren Unternehmen Großaufträge für Atomkraftwerke aus eigener Kraft vor oder suchen sich Partner aus der Branche. Außerdem ist es ungewöhnlich, dass japanische Unternehmen Hilfe bei einheimischen Banken suchen, um Großaufträge im Ausland zu finanzieren.

Insgesamt hält Toshiba 60 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen mit dem französischen Konzern Engie zum Bau des Atomkraftwerks Moorside im Nordwesten Englands. Die Finanzierung des Projekts soll 2018 stehen und der erste von drei Reaktoren 2024 ans Netz gehen.

Aber nach einem milliardenschweren Bilanzskandal steckt Toshiba in Schwierigkeiten. Einer Zeitung zufolge könnte das Unternehmen im Zuge eines Konzernumbaus mehr als 1.000 Stellen streichen. Zudem führe Toshiba Gespräche über den Verkauf einer Fernsehgeräte-Fabrik in Indonesien, wie das Wirtschaftsblatt Nikkei berichtete. In einer Erklärung von Toshiba hieß es dazu nur, dass noch keine Entscheidungen getroffen worden seien. Der Konzern ist momentan auf der Suche nach Kapital, um den Umbau zu finanzieren.

Über Jahre hat Toshiba Gewinne um insgesamt  1,15 Milliarden Euro zu hoch ausgewiesen. Nun droht dem Unternehmen eine Rekordstrafe von 53 Millionen Euro. Auch die Aktionäre haben die Japaner wegen Kursverluste verklagt. Bislang hat Toshiba in etwa 65 Millionen Euro für mögliche Strafen zurückgelegt.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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