Direkt zum Inhalt
Dunkle Wolken über Oberpullendorf: Eine Frau verweigert den Smart-Meter-Tausch und sitzt seitdem im Dunklen.

Smart-Meter-Tausch: Und bist du nicht willig, dann …

21.01.2019

… dreh ich dir halt den Strom ab. Eine Burgenländerin liegt derzeit im Clinch mit Netz Burgenland. Sie verweigert den Smart-Meter-Tausch, darum wurde ihr jetzt der Strom abgedreht.  

Mehr als 110.000 Smart-Meter sind im Burgendland bereits installiert und es werden täglich mehr – wenngleich die Smart-Meter-Einführung erst kürzlich vom Rechnungshof zerpfückt wurde. Auch einer Frau aus dem Bezirk Oberpullendorf stößt dieser (Zwangs-)Umstieg sauer auf, weswegen sie seit geraumer Zeit auch mit Netz Burgenland im Clinch liegt. Über den vorläufigen Höhepunkt des Kleinkriegs berichtet nun die Kronen Zeitung: ihr wurde der Strom abgestellt. Gegenüber der APA beruft sich Netz Burgenland übrigens auf die Gesetzeslage.

Man habe die, von einem Rechtsanwalt vertretene, Kundin vor der Abschaltung über einen Zeitraum von vier Monaten mindestens viermal schriftlich kontaktiert, um ihr die Sachlage zu erklären und zu einer positiven Lösung zu kommen, erklärt die Netz Burgenland auf Nachfrage. Außerdem habe man umfangreiches schriftliches Informationsmaterial an sie verschickt und dreimal versucht, vor Ort einen persönlichen Kontakt herzustellen. Alles in allem also eine sehr löbliche „Informationsoffensive“.

Die Burgenländerin gibt sich laut Kronen Zeitung allerdings kämpferisch. Sie lehnt den Smart-Meter weiterhin ab. „Ich kann auch noch länger ohne Strom überleben. Mein Schwedenofen und die Unterstützung von Freunden halten mich warm“, wird die Frau zitiert.

Grundsätzlich suche Netz Burgenland das persönliche Gespräch mit Kunden, welche den gesetzlich erforderlichen Zählertausch verweigern. Sollten alle Maßnahmen nichts bewirken, sei das Unternehmen „letztlich aufgrund der Rechtslage gezwungen, die Netzdienstleistungen spätestens mit Ablauf der Nacheichfrist auszusetzen, das heißt die physische Trennung der Netzverbindung (Abschaltung) vorzunehmen“. Selbstverständlich werde die Versorgung unverzüglich wiederhergestellt, sobald ein geeichter, digitaler Stromzähler eingebaut wurde, so der Anbieter.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
Werbung

Weiterführende Themen

Bis 2020 sollen 80 Prozent der Stromzähler in Wien auf Smart Meter umgerüstet sein.
E-Technik
17.08.2017

Die Ausschreibung ist abgeschlossen. 1,6 Millionen Zähler werden umgerüstet. Den Zuschlag erhielt ein Konsortium aus Siemens, Landis+Gyr und Iskraemeco.

Smart Meters: Die Elektrizitätswirtschaft kann den Austro-Zeitplan für Smart Meter nicht einhalten.
E-Technik
04.07.2017

Die Elektrizitätswirtschaft will einen Aufschub für den Rollout, der Austrozeitplan sei nicht zu halten.

Die Energieregulierungsbehörde E-Control wird die bestehende Struktur bei den Netzkosten modernisieren und an das veränderte Stromsystem anpassen. Im Bild: Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand der E-Control.
E-Technik
25.04.2017

Die Energieregulierungsbehörde E-Control wird die bestehende Struktur bei den Netzkosten modernisieren – so soll etwa mit flächendeckender Einführung von Smart Metern das Messentgelt entfallen. ...

Beispiel für ein Produkt der iJA-Serie von TDK-Lambda: iJA35A.
Produkte
08.01.2017

TDK Corporation präsentiert die neue Netzteilreihe DRL für die DIN-Schiene und den digital geregelten PoL-DC DC-Wandler mit PMBus-Schnittstelle.

Zwischen kommerzieller IT und industriellen Anwendungen: die Gutor-PXC von Schneider Electric.
28.04.2016

Auch IT-Equipment, das unter extremen Bedingungen wie in der Öl- und Gasindustrie, im Offshore-Bereich oder in der Produktion zum Einsatz kommt, braucht Schutz vor Stromausfällen. Schneider ...

Werbung