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Rumänischer Gewerkschaftsbund behauptet: Nokia will "neue Form der Sklaverei" etablieren

20.02.2008

Als ob das Bochum-Debakel für den finnischen Handyriesen nicht schon genug wäre, bildet sich nun eine neue Widerstandsfront. Und das von eher unvermuteter Seite. Der rumänische Gewerkschaftsbund Cartel Alfa wirft Nokia vor, in seiner neuen Fabrik die Arbeitszeit über das zulässige Maß hinaus verlängern zu wollen. Dies wäre "eine neue Form der Sklaverei", lässt Cartel Alfa-Präsident Bogdan Hossu über die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax ausrichten.

Der Gewerkschaftschef meint damit übrigens genau jene Fabrik im rumänischen Jucu, die zukünftig den Part des umstrittenen Bochumer Werkes übernehmen soll. Nokia wolle über eine Änderung des rumänischen Arbeitsgesetzes erreichen, dass die Arbeiter in Jucu für 60 bis 70 Stunden pro Woche zur Arbeit verpflichtet werden dürfen, so Hossu weiter. Derzeit seien aber höchstens 48 Stunden zulässig.

Erst vor wenigen Tagen hatte Rumäniens Arbeitsminister Paul Pacuraru erklärt, Nokia habe bei ihm eine Änderung des Arbeitsgesetzes mit dem Ziel beantragt, dieses "flexibler" zu gestalten. Einzelheiten wurden allerdings nicht genannt.

Subventions-Streit: Zahlen oder nicht zahlen, das ist hier …

Währenddessen geht der Streit um die Bochumer-Subventionen in die nächste Runde. Kurz vor Ablauf der Frist hat Nokia eine 40-seitige Stellungsnahme eingereicht. Darin erklären die Finnen, dass sie die Auflagen in Sachen Arbeitsplatzbeschaffung nicht nur erfüllt, sondern sogar übererfüllt hätten. Eine Rückforderung der 41 Förder-Millionen habe demnach, so meint Nokia, keine Aussicht auf Erfolg.

Im Bochumer Werk beginnen am Mittwoch zudem die Verhandlungen um einen Interessenausgleich. Betriebsratvorsitzende Gisela Aschenbach rechnet zwar nicht mit einem schnellen Ergebnis, allerdings müsse sich Nokia ziemlich anstrengen, "um seine Weste wieder reinzuwaschen". Der Betriebsrat will für die rund 2.300 Beschäftigten eine Abfindung und die Weiterbeschäftigung in einem neuen Unternehmen erreichen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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