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Rauchmelder – der kleine runde Lebensretter

22.03.2016

Ein Brand kann leicht ausbrechen. Wenn das einmal geschehen ist, geht es schnell, bis er sich in ein Meer aus Flammen und Giftgasen entwickelt. Rauchwarnmelder agieren hier vorrangig als Lebensretter, da sie dem Opfer die notwendige Zeit verschaffen, seine Familie und sich in Sicherheit zu bringen.

Zirka die Hälfte aller Brände in Österreich betreffen private Haushalte. Rauchwarnmelder können hier Leben retten.
Auf der Veranstaltung "Rauchmelder retten Leben": Gottfried Rotter, Geschäftsführer der E-Marke Österreich, Joe Witke, Innungsmeister bei der Landesinnung Wien der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker und Michael Kohlen, Local Division Manager bei ABB.
Jedes Jahr ereignen sich rund 7500 Brände, die nicht nur Schäden von über 400 Millionen Euro verursachen, sondern auch bis zu 100 Menschen töten und weitere 1600 so schwer verletzen, dass sie ins Spital müssen. Ein Drittel der Opfer sind Kinder. Die meisten Opfer ersticken am Brandrauch, 70 Prozent von ihnen sterben beim Schlafen. Rauch enthält viele giftige Gase wie Kohlendioxyd und das gefährliches Atemgift Kohlenmonoxyd. Beide sind heimtückisch, denn sie sind sowohl unsichtbar als auch geruchlos. Zunächst betäuben die Dämpfe das Opfer und ersticken es dann.

Ein Film auf Youtube verdeutlicht, wie schnell eine vergessene Zigarette ein flammendes Inferno auslösen kann: bereits nach 40 Sekunden nach Brandbeginn verbreitet sich der Rauch aus Kohlenmonoxid und Cyanide, der das Gemisch an Blausäure in die Luft sendet. Nach einer Minute und zehn Sekunden ist es bereits zu heiß, um das Zimmer zu betreten und nach 1,5 Minuten bersten die Fensterscheiben. Der Rauch ist nach knapp zwei Minuten so dicht, dass drei Atemzüge davon einen Menschen bewusstlos machen würden. Weitere 15 Sekunden später ereignet sich der Flashover. Das ist der Punkt an dem die Sauerstoffpartikel in der Luft zu brennen beginnen. Die Folge: alles geht in Flammen auf.

Nach Ausbruch eines offenen Brandes bleiben den Betroffenen weniger als zwei Minuten Zeit zur Flucht, denn abgesehen vom Rauch erreicht der Brandort sehr schnell Temperaturen um 600 Grad Celsius.

Vorbeugen statt Nachsehen

Wäre in jedem Haushalt mindestens ein Rauchmelder montiert, würden die Brandopferzahlen schon mal drastisch sinken. Schließlich gibt ein solcher Lebensretter bereits 20 Sekunden nach Brandbeginn Alarm. Vorzugsweise sollte im Vor-, Schlaf- und Kinderzimmer ein Rauchmelder in der Raummitte an der Zimmerdecke installiert sein.

Die OIB-Richtlinie 2 10/2011 gibt Auskunft über Rauchwarnmelder – allerdings muss diese in Österreich auf Landesebene umgesetzt werden. Es gilt, dass man Rauchwarnmelder gemäß der EN 14604 verpflichtend in Neu und Umbauten sowie Sanierung von Wohnbereichen, Kindergärten und Beherbergungsbetrieben installieren muss. Wissenswert Tipps zur Brandverhütung gibt es etwa bei Feuerwehrverbänden oder Brandverhütungsstellen der verschiedenen Bundesländer. Informationen über Rauchmelder gibt das Kuratorium für Elektrotechnik in prägnante fünf Punkte aufgegliedert:

1. Rauchmelder können das Eigenheim vor Brandgefahren schützen. Den besten Schutz bieten in jedem Raum, auf jeder Etage und in jedem anderem Abschnitt des Hauses angebrachte, miteinander vernetzte Rauchmelder.

2. Rauchmelder sollen nicht in der Nähe von Heizungs- oder Kühlluftauslässen oder in direkter Zugrichtung vor einem Fenster montiert werden. Solche Montageorte können zu Fehlfunktionen führen.

3. Rauchmelder sollte man nicht an Stellen anbringen, wo die Temperaturen unter -10 Grad Celsius abfallen oder über +60 Grad steigen können. Rauchmelder sind so konstruiert, dass sie nur innerhalb dieses Temperaturbereichs zuverlässig funktionieren.

4. Rauchmelder sollten sich nicht in feuchten Räumen wie dem Bad befinden. Sonst kann es Fehlalarme geben und der Melder kann beschädigt werden.

5. Rauchmelder dürfen nicht an einer staub- oder schmutzgefährdeten Stelle installiert werden. Staub und Schmutz im Rauchmelder können zu Fehlauslösungen führen oder im Ernstfall den Alarm verhindern.

So man diese Tipps befolgt schenkt der Rauchmelder die wertvollen Sekunden, in denen man sich und seine Familie in Sicherheit bringen kann.

Beim Kaufen eines Rauchmelders sollte man auf folgende Merkmale achten:  die fotooptische Funktion des Gerätes, seine mechanische Festigkeit und Materialqualität, einfaches Handling, einen leicht bedienbaren Testknopf, die Vernetzbarkeit des Gerätes per Draht oder Funk, gutes Rauch-Eindringverhalten in die Rauch-Messkammer, Täuschungsalarmsicherheit durch intelligente Raucherkennung, Automatikalarm bei schwacher Batterie, Prüfzeichen wie das CE- oder das GS-Zeichen, Norm-Konformität und eine mehrjährige Garantie des Hersteller. Viele Alarmanlagen lassen sich mit Brandmeldern erweitern.

Stromtour – volle Fahrt voraus

Da das Thema Brandmeldung immer aktuell ist und nur etwa 15-20 Prozent aller Österreicher einen Rauchmelder besitzen plant die E-Marke Österreich eine Stromtour für 2016. Ein auf Rädern montiertes energieoptimiertes Haus im Holzdesign tourt bis Ende Oktober durch alle Bundesländer. Die Kampagne richtet sich an Gemeinden, Unternehmer und den Endkonsumenten. Werbepartner ist dabei Radio Arabella. Ab KW12 laufen Radiospots, die auf die Aktion selbst und den geplanten Kindermalwettbewerb zum Thema: „Mein Lebensretter“ hinweisen. Zu gewinnen gibt es ein Familienwochenende und Lebensretter-Muntermacher-Pakete.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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