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PV-Kleinanlagenförderung: Rückgrat der Mitmachbewegung nicht aushungern lassen

01.12.2019

Trotz erfolgreicher Förderschiene gefährden unklare Bedingungen im kommenden Jahr das Vertrauen der Bevölkerung.

Mit der in Kürze endenden Förderschiene des Klima- und Energiefonds für PV-Kleinanlagen wurde unglaubliches bewegt. Ursprünglich ausgestattet mit einem äußerst mageren Förderbudget von 4,3 Mio. Euro, wurde das Budget über das Jahr mehrmals aufgestockt. Die Förderstelle reagierte auf die hohe Nachfrage und schaffte damit eine beständige Auslastung bis zum geplanten Ende der Förderschiene (30. November 2019). So standen für PV-Kleinanlagen 2019 Fördermittel von insgesamt 9,3 Mio. Euro zur Verfügung, womit eine PV-Leistung von mehr als 35 Megawatt ermöglicht wurde.

Ohne Gegensteuern wäre das Förderbudget bereits vor der eigentlichen Hochsaison im Sommer ausgeschöpft gewesen – neue Projekte wären damit nicht mehr realisiert worden und der PV-Ausbau zum Erliegen gekommen. „Über die Jahre optimiert, ermöglicht die Förderschiene eine klare und einfach kalkulierbare Handhabung, perfekt für Endkunden. Damit schafft diese breitenwirksame Förderschiene auch die Grundlage für die von der Politik viel zitierte Mitmachbewegung der Bevölkerung. Das Rückgrat der Energiewende wird so sichergestellt“, bringt es Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Photovoltaic Austria, auf den Punkt.

Unabdingbar ist daher die Ausgestaltung des Förderprogrammes über mehrere Jahre, um der Branche und ihren Kunden eine planbare Perspektive geben zu können. Mittels Online-Eingabe weniger Informationen kann die Förderung beantragt werden. Die Antragsteller wissen bereits beim Antrag wie viel Unterstützung sie schlussendlich erhalten und sehen zudem laufend, wieviel Förderbudget noch vorhanden ist.

Die Zukunft der PV-Kleinanlagen ist ungewiss

Beim Blick in das kommende Jahr zeigt sich aber ein sehr düsteres Bild, da noch nicht absehbar ist wann die Kleinanlagenförderung fortgesetzt wird. Das Desaster des letzten Jahres (2018), in dem die Förderung erst Monate nach dem Beginn der Bausaison gestartet wurde, darf sich keinesfalls wiederholen. 2018 kam es aufgrund des späten Förderstarts sogar zur Freistellung von Mitarbeitern bei  Installationsbetrieben. Die Endkunden und auch die Unternehmen planen bereits jetzt für nächstes Jahr vor. Umso dramatischer ist es, wenn Förderschienen verspätet starten - die Ungewissheit und die entsprechende Verwirrung am Markt sind groß. „Auch wenn das kürzlich beschlossene Notpaket, zumindest im größeren Anlagensegment für Kontinuität sorgt, gibt es für die Kleinanlagen noch immer keine langfristig tragfähige Struktur“, kritisiert Paierl. Die Bevölkerung und auch das ausführende Gewerbe als Partner derart im Dunkeln zu lassen ist äußerst fahrlässig.

Das klare Bekenntnis zur Bürgerbeteiligung bei der Energiewende verlangt daher die umgehende Fortsetzung der Förderschiene noch in diesem Jahr. Es liegt in der Verantwortung von Bundesministerin Maria Patek eine Anschlussförderung zu schaffen.

Photovoltaik bis 2030 – noch viel zu tun

Es müssen heute die Weichen für die Ziele von 2030 gesetzt werden. Immerhin braucht es bis dahin eine installierte PV-Leistung von 15 Gigawatt, um den notwendigen Beitrag zu einer 100 prozentigen Ökostromversorgung in Österreich zu ermöglichen. Die Maßnahmen dürfen nicht nur Fördermaßnahmen betreffen, sondern es sind eine Vielzahl an Maßnahmenbündel zu planen und umzusetzen. Dies umfasst z.B. eine bundesweite PV-Verpflichtung für neue Gebäude, den vereinfachten Netzzugang für PV-Anlagen oder die Ermöglichung von Großanlagen inklusive Flächenausweisung, um nur einige der notwendigen Maßnahmen anzuführen.

Mehr zum Thema lesen Sie im ausführlichen Elektrojournal-Interview mit PVA-Vorstand Herbert Paierl.

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