Direkt zum Inhalt

Photovoltaik: Ausbaumenge 2015 gehalten – Dringender Reformbedarf bei Ökostromgesetz

03.06.2016

Der Photovoltaik-Zubau in Österreich hat sich im Jahr 2015 gegenüber dem Jahr 2014 gehalten. Der Bundesverband Photovoltaic Austria geht von einem Zuwachs von 160 Megawattpeak im Jahr 2015 aus. Das Consultingunternehmen Kreuzer, Fischer & Partner, das den PV-Markt  beobachtet, kommt zum gleichen Ergebnis. Mögliche kleine Unschärfen sind auf Anlagen, die ohne Förderung errichtet wurden, zurückzuführen, da diese noch nicht systematisch erfasst werden können.

Die Grafik zeigt wie sich die Photovoltaik entwickelt hat und dass es dringend Reformen bedarf.

Österreich hat damit 2015 in der Pro-Kopfausbaumenge erstmals Deutschland  überholt (Zubau Österreich: 18,9 Wattpeak pro Kopf; Zubau Deutschland: 18, 1 Wattpeak pro Kopf).

Die PV-Kosten sind in den letzten Jahren massiv gesunken. „Es braucht daher eine dringende Korrektur des derzeitigen Ökostromgesetzes“, fordert Hans Kronberger vom PVA.

Während bei Inkrafttreten des Ökostromgesetzes im Jahr 2012 noch ein Fördertarif von bis zu 27,6 Cent pro Kilowattstunde zur Verfügung stand, kommt man jetzt mit einer Investsumme von 375 Euro pro Kilowattpeak und einem Tarif von 8,24 Cent aus. Kronberger: „Damit ist das System gekippt. Während es sich vorher gelohnt hat die gesamte produzierte Strommenge ins Netz einzuspeisen und den Strom zu einem niedrigeren Preis (zirka 20 Cent) vom Energieversorger zurück zu kaufen, macht es jetzt mehr Sinn möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen“.

Da aber im aktuellen Ökostromgesetz die installierte Leistung bewertet wird und nicht der tatsächlich gelieferte Strom, gehen der österreichischen PV-Wirtschaft bereits zwei Millionen Euro pro Jahr verloren. Somit kommen von dem mit 8 Millionen Euro dotierten Fördertopf nur 6 Millionen tatsächlich dem Ausbau zugute. Würde man grundsätzlich das Fördersystem von einer Tariffförderung auf eine Investförderung umstellen und die auf 13 Jahre konzipierten Tarife vorziehen, könnte ohne einen Cent an Mehrkosten in den nächsten sechs Jahren das jährliche Ausbauvolumen verdreifacht werden. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit  würde danach überhaupt kein Förderbedarf mehr bestehen“, glaubt man beim PVA. In den Verhandlungen mit dem Wirtschaftsministerium wurden der Photovoltaik 2 Millionen Euro aus dem sogenannten Resttopf zugesagt. Dieses Budget soll zukünftig über eine eigens für Bürgeranlagen konzipierte Tarifförderung eingesetzt werden. Somit können sich auch Personen, die über keine eigenen nutzbaren Flächen verfügen, an der Stromwende beteiligen, schlägt der PVA vor.

Kronberger: „Seit 2014 gibt es Gespräche mit dem federführenden Wirtschaftsministerium und es ist höchste Zeit, dass das Gesetz der neuen Situation angepasst wird!“.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

E-Technik
22.10.2018

Die Speichertagung des Bundesverbands Photovoltaic Austria (PVA) hat sich als fixer Branchentreff etabliert. Die Veranstaltung am 17. Oktober, gemeinsam mit dem Bundesministerien für ...

E-Technik
12.09.2018

Welche Rolle spielt Photovoltaik in der Energiewende? Wie funktioniert Netz- und Systemintegration von Photovoltaik in Kombination mit Speichern? Und wie sieht die regulatorische Zukunft aus? Das ...

E-Technik
13.08.2018

Mit den frisch eingetroffenen PV-Modulen Eagle MX2 300 Wp mono und Eagle MX2 290 Wp mono fullblack von Jinko sind bei dem PV-Vollsortimenter Suntastic.Solar ab sofort zwei Module lieferbar, die ...

E-Technik
23.07.2018

Erfreuliche Nachrichten gibt es bei der Investförderung des Klima- und Energiefonds: Nachdem das diesjährige Förderbudget für Kleinanlagen beinahe halbiert wurde (2017: 8 Mio. Euro; 2018: 4,5 Mio ...

Visionär und Vordenker: Hans Kronberger
E-Technik
18.07.2018

Ein dunkler Tag für die Sonnenenergie: Der Journalist, Autor, Energieexperte, EU-Abgeordnete und hochgeschätzter Elektrojournal-Kolumnist Dr. Hans Kronberger ist am 14. Juli 2018, nach kurzer, ...

Werbung