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Operativer Verlust bei Media-Saturn überraschend hoch: Preis- und Internetoffensive sollen‘s richten

01.08.2013

Der deutsche Handelsriese Metro hat sich nach einer langen Durststrecke dank seines Umbaus im zweiten Quartal wieder aus der Verlustzone gekämpft. Tochter Media-Saturn verzeichnete allerdings mit 94 Millionen Euro ein größeres operatives Minus, als von den Experten erwartet. Trotzdem sieht Metro-Chef Olaf Koch den Filialisten auf dem richtigen Weg. Volle Fahrt nimmt das Online-Geschäft auf.

Das zweite Quartal sei das "herausforderndste" in diesem Geschäftsjahr gewesen, sagte Koch am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Unter dem Strich schafften Metro einen Gewinn von 33 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 18 Mio. Euro zu Buche stand. Denn Koch hat der Metro einen Kulturwandel verordnet und will den Konzern nach der Spar-Ära seines Vorgängers Eckhard Cordes auf Umsatz trimmen.

Dies will er etwa durch eine Preis- und Internetoffensive bei der Elektroniktochter Media-Saturn erreichen. Erste Früchte kann er bereits ernten: Der Umsatz von Media-Saturn stieg im ersten Halbjahr 2013 (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) um 0,9% auf 9,6 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal ging der Umsatz lediglich leicht zurück.

 

Operativer Verlust bei Media-Saturn

Das heißt aber nicht, dass bei Media-Saturn alles Sonnenschein ist. Denn mehr Umsatz bedeutet nicht, dass mehr unterm Strich stehen bleibt. Und überraschend hoch fiel der operative Verlust von Media-Saturn aus, der unter anderem wegen der Preiskampagne auf 94 von 59 Millionen Euro stieg. Dazu kommt, dass Koch einen Schlussstrich unter die verlustreichen Expansionspläne der Elektronikkette Media-Saturn in China ziehen musste. Wie glücklich die aggressive Expansion in Österreich verlief, ist zumindest fraglich. All dies kostet jedenfalls Geld und hinterlässt Spuren in der Bilanz.

Trotz des "absolut herausfordernden Marktumfelds" in ganz Europa zeigte sich Koch aber zuversichtlich, bei Media Markt und Saturn mit Preissenkungen und dem Ausbau dem Internetgeschäfts auf gutem Weg zu sein.

Trend zu online: Plus 93% im Q2

Zufrieden kann er mit dem Online-Schiff der MSH sein. Das nimmt Fahrt auf. Um satte 93 Prozent auf 284 Millionen Euro legte der Konzern im E-Commerce im zweiten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahr zu. "Pure-Tochter" Redcoon machte ein Umsatzplus von 55 Prozent im Q2. Übers gesamte erste Halbjahr gerechnet stiegt der Online-Umsatz um 76 Prozent auf 565 Millionen Euro und machte damit rund sechs Prozent des Gesamtumsatzes von Media-Saturn aus.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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