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v. li.: Anton Kasser (Präsident der ARGE Ö. Abfallwirtschaftsverbände), Elisabeth Giehser (Geschäftsführerin der EAK (Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle), Christian Holzer (Sektionschef Abfallwirtschaft im Bundesministerium für Klimaschutz)

Österreicher sammeln brav weiter

16.10.2020

Bei der jährlichen Pressekonferenz der EAK wurden erfreuliche Zahlen verkündet: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr um 14 Prozent mehr Elektroaltgeräte gesammelt als das Jahr davor. Ein paar Appelle gab es trotzdem, vor allem in Richtung Lithium-Ionen-Batterien.

In Österreich wurden im vergangenen Jahr rund 133.000 Tonnen Elektroaltgeräte (EAG) und 2.400 Tonnen Gerätealtbatterien gesammelt. Im Vergleich zu 2018 bedeutet das einen Zuwachs an Sammelmasse von 14 Prozent bei EAG und 5 Prozent bei Gerätealtbatterien. Demnach konnte Österreich 2019 die von der EU festgelegte Sammelquote für Gerätealtbatterien mit 45 Prozent der durchschnittlich in Verkehr gesetzten Masse der letzten drei Jahre einhalten. Die seit 2019 gültige erhöhte Sammelquote von 65 Prozent (vormals 45 Prozent) für Elektroaltgeräte wurde mit rund 62 Prozent nur knapp verfehlt. „Die Mindestsammelquote von 65 Prozent bei Elektroaltgeräten stellt für alle EU-Mitgliedsstaaten – nicht nur für Österreich - eine enorme Herausforderung dar“, erklärte Christian Holzer, Leiter der Sektion Abfallwirtschaft im BMK bei der Pressekonferenz in Wien. „Denn durch den wachsenden Marktinput bei Elektro- und Elektronikgeräten sowie bei Lithium-Batterien, deren durchschnittliche Nutzungsdauer circa sechs Jahre beträgt, wird es zunehmend schwieriger, die vorgeschriebenen Sammelquoten zu erreichen“, sagte Holzer.

Österreich steht gut da

„Im europäischen Vergleich liegt Österreich auch weiterhin sehr gut“, betonte die Geschäftsführerin der EAK, Elisabeth Giehser. Denn Österreich liegt seit Jahren bei der Sammelleistung gemeinsam mit den skandinavischen Ländern im europäischen Spitzenfeld. „Aufgrund der steigenden Mengen an in Verkehr gesetzten Geräten und Akkus lassen sich jedoch die sehr ambitionierten Sammelvorgaben der EU kaum mehr erfüllen. Selbst engagierte Nachbarländer liegen mit einer EAG-Sammelquote von rund 45 Prozent weit hinter Österreich“, informierte Giehser.

Handlungsbedarf bei Akku-Sammlung

Im Vergleich zu 2018 gab es 2019 bei den Sammelmassen der Elektroaltgeräte einen Zuwachs von 14 Prozent. Bei den Gerätealtbatterien ist nur eine leichte Steigerung von 5 Prozent zu verzeichnen. Dies ist jedoch in Relation zu einem gleichzeitigen Anstieg der in Verkehr gebrachten Masse an Gerätebatterien von 5,7 Prozent zu setzen.

„Trotz der grundsätzlich hohen Sammelmoral der ÖsterreicherInnen landen leider nach wie vor Gerätealtbatterien und Elektroaltgeräte im Restmüll“, bedauerte Giehser. „Das stellt nicht nur eine Ressourcenverschwendung dar, sondern schädigt auch Gesundheit und Umwelt“. Um eine nachhaltige Bewusstseins- und Verhaltensänderung bei den KonsumentInnen zu erreichen, intensiviert die EAK gemeinsam mit ihren Partnern weiter die Öffentlichkeitsarbeit unter dem Motto „Batterien raus aus dem Restmüll“.

Herausforderung Versandhandel

„Erschwert wird die Situation auch durch die steigenden Umsatzanteile des Versandhandels“, ließ auch EAK-Aufsichtsratsvorsitzende und Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik ausrichten, der zum Pressetermin leider verhindert war. 15 bis 20 Prozent der Elektrogeräte kommen über den Versand aus dem Ausland nach Österreich. „Zwar gilt auch für Versand- und Onlinehändler eine Rücknahme- und Informationspflicht, jedoch finden sich auf den Websites der Online-Verkaufsplattformen keine bzw. nur unzureichende Informationen über die Rückgabemöglichkeiten von ausgedienten Elektrogeräten und Batterien“, so Krejciks Statement.

Neben einer effizienteren Rückgabe- und Informationspraxis im Versand- und Internethandel brauche es aber auch mehr Transparenz und Kontrolle der von den Herstellern und Importeuren eingemeldeten Massen an Elektrogeräten und Batterien/Akkus. „Nur so können in Zukunft korrekte Abläufe und faire Marktbedingungen zwischen stationären und Online-Handel sowie die Einhaltung der hohen Sammelquoten gewährleistet werden“, so Krejcik.

Ost-West-Gefälle

85 Prozent der gesammelten Menge wurden über die kommunalen Altstoffsammelzentren, Recyclinghöfe oder Mistplätze der Verbände, Städte und Gemeinden gesammelt. Die restlichen 15 Prozent wurden über den Handel oder direkte Abgabestellen von Herstellern gesammelt. Bei den spezifischen Bundesländersammelmengen der Elektroaltgeräte sowie der Gerätealtbatterien je Einwohner zeigt sich ein eindeutiges West-Ost-Gefälle: Die pro Kopf-Sammelmengen der Elektroaltgeräte schwanken dabei zwischen 17,27 kg (Vorarlberg) und 7,64 kg (Wien), die der Gerätealtbatterien zwischen 0,57 kg und 0,011 kg.

Ein abschließender Appell der EAK-Geschäftsführerin: „Elektroaltgeräte und Gerätealtbatterien haben im Restmüll aber auch in Händen illegaler Sammler nichts verloren. Helfen Sie uns dabei, Nachteile für Mensch, Umwelt und Wirtschaft zu verhindern und verbreiten auch Sie die Inhalte unserer Informationsmaterialien, die auf www.elektro-ade.at und auf www.eak-austria.at zum Download zu Verfügung stehen“.

 

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