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Österreich im Notprogramm

15.03.2020

Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat seine Verordnungen zur Bekämpfung der Corona-Krise am Sonntagabend im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Damit sind die weitgehenden Ausgangsbeschränkungen offiziell.

Nachdem die Bundesregierung am heute, Sonntag, weitere rigorose Maßnahmen angekündigt hat, wurde die entsprechende Verordnung noch am Abend veröffentlicht und somit ab Montag gültig. Unter anderem wird die Bewegungsfreiheit vorübergehend eingeschränkt, weite Teile des Handels sowie die Gastronomie geschlossen. Am Abend wandte sich Bundeskanzler Sebastian Kurz via ORF an die Bevölkerung und warb um Verständnis und Mithilfe.

Österreich erlebe „eine Zeit der Herausforderung, eine Zeit der Krise, in der es wichtig ist, dass wir zusammenstehen“, so der Kanzler in seinem Statement. Es gehe vor allem darum, Zustände wie in Italien zu verhindern – dort stehe das Gesundheitssystem nämlich kurz vor dem Zusammenbruch bzw. sei inzwischen sogar zusammengebrochen. Sterbende müssten sich per Telefon von Angehörigen verabschieden. Ärzte müssten entscheiden, „wer noch eine lebensrettende Behandlung bekommt und wer nicht“.

Weiters warnte Kurz davor, die Situation zu verharmlosen. „Ich sage das alles nicht, um Sie in Panik zu versetzen, sondern weil es die Wahrheit ist.“ Noch habe man die Chance, die prekäre Situation einzudämmen, das gelänge aber nur „wenn wir unser Land auf Notbetrieb zurückfahren.“

Überhaupt gibt es nur drei gute Gründe, warum jemand das Haus verlassen sollte: Unaufschiebbare Berufsarbeit, dringend notwendige Besorgungen wie Lebensmittel oder das Vorhaben, anderen Menschen zu helfen.

Ebenfalls heißt es in der Verordnung: „Zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 ist das Betreten öffentlicher Orte verboten“. Ausnahmen gibt es nur in Notfällen, zur Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen, für den Weg zum Einkaufen und in die Arbeit sowie zum Spazierengehen im Freien. Letzteres ist aber stark eingeschränkt und nur alleine oder mit Mitbewohnern zulässig. Auch das Gassi-Gehen mit einem Hund ist erlaubt. Außer in Notfällen ist zudem auf einen Mindestabstand von einem Meter zu achten. Und wer spazieren gehen will, darf dazu keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. All dies gilt vorerst von 16. bis inklusive 22. März.

Hier gibt's die Rede des Bundeskanzlers zum Nachsehen.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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