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NÖ Elektrotechniker: Start großer Lehrlingsoffensive

30.05.2016

Die bürokratischen Überregulierungen, etwa bei der Lohnverrechnung, sollen von der Gebietskrankenkasse erledigt werden – nur eine der Forderungen von Friedrich Manschein, Innungsmeister der niederösterreichischen Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker.

Zurzeit gibt es laut NÖ Wirtschaftspressedienst in Niederösterreich 2.172 Elektrotechnik-Betriebe, die rund 8.000 Mitarbeiter und 912 in Ausbildung stehende Lehrlinge beschäftigen. Im Vorjahr hat es noch rund 1.000 Lehrlinge gegeben.

Friedrich Manschein, Innungsmeister der niederösterreichischen Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker, äußerte gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst: „Aus den Anmeldungen zum Eignungstest für unseren Beruf und aus der Belegung unserer Berufsschule kann man ableiten, dass die schwachen Geburtenjahrgänge sowie der Imageverlust des Lehrberufes nun tatsächlich Auswirkungen zeigen.“

Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, wurde zu Jahresbeginn zusammen mit drei anderen Metallberufen eine gemeinsame Lehrlingsoffensive gestartet. So hat ein Moderator bis jetzt an die 200 Schulen in Niederösterreich besucht und verschiedene Berufe spielerisch und interaktiv vorgestellt. Im Sommer 2016 wird diese Aktion dann evaluiert. Dazu Manschein: „Der Mangel an Facharbeitern wird immer spürbarer, und es ist das Gebot der Stunde, für die Zukunft entsprechenden Berufsnachwuchs zu finden.“

„Situation kaum noch verkraftbar“

Neben der Suche nach geeignetem Nachwuchs kämpfen die Elektrotechniker laut NÖ Wirtschaftspressedienst mit dem Kostendruck nicht nur von Billiganbietern aus dem Ausland, sondern auch durch die Generalunternehmer-Auftragsvergaben und die „überbordende Bürokratie“, die von Ämtern und Behörden ausgeht.

„Die Situation ist kaum noch verkraftbar“, so Manschein. „Wir fordern daher, dass die bürokratischen Überregulierungen, wie etwa bei der Lohnverrechnung, von der Gebietskrankenkasse erledigt werden sollen. Mir ist schon klar, dass dies provokant ist, aber ich stehe dazu. Die Kosten dafür könnte man natürlich an uns Arbeitgeber weitergeben, aber die Administration frisst uns allmählich auf. Wenn das so weiter geht, kommen wir schön langsam vor lauter Administrieren nicht mehr zu unserer eigentlichen Arbeit.“

Darüber hinaus tritt Manschein für eine Erhöhung der Qualitätssicherung bei der Vergabe von Gewerbeberechtigungen ein und meint, dass „die Liberalisierung nicht zu Lasten der Qualität gehen darf.“ Außerdem verlangt er eine Entlastung des Faktors Arbeit und deren Gegenfinanzierung mit schärferen Maßnahmen beim Missbrauch von Sozialleistungen: „Wenn wir auch in Zukunft sinnvoll arbeiten wollen, dürfen wir uns nicht länger mit Überregulierungen und fragwürdigen Gesetzesnovellen das Leben selber schwer machen. Gerade die Elektrotechnik ist mit ihrem breiten Betätigungsfeld gut gerüstet, neue Herausforderungen auch als Chance erfolgreich zu bewältigen.“

Nähere Informationen zur Lehrlingsoffensive gibt es unter http://noe.elektrotechniker.at.

 

Autor: Rudolf Preyer

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