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Niedrige Zinsen begünstigen Pleitenrückgänge im ersten Quartal

25.03.2019

1.223 Unternehmen haben in den ersten drei Monaten des Jahres Insolvenz angemeldet - gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 bedeutet das einen Rückgang um 9,3 Prozent.

Die eröffneten Verfahren reduzierten sich um acht Prozent auf 744; die mangels Vermögens nicht eröffneten Verfahren waren mit elf Prozent auf 479 Fälle rückläufig. Insgesamt waren 4.000 Personen von den Insolvenzen betroffen und damit um 42 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die zu regulierenden Verbindlichkeiten sanken um fast 32 Prozent auf „nur“ 355 Millionen Euro.

Niedrige Zinsen als Hauptgrund

Trotz dieser Zahlen dürfe sich niemand zurücklehnen. „Die gegenwärtig niedrigen Insolvenzzahlen sind praktisch zur Gänze den niedrigen Zinsen geschuldet. Die Abkühlung der internationalen Konjunktur und der deutschen Industrieentwicklung werden für Österreich indirekt spürbar sein“, kommentiert KSV1870-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner die Entwicklung. Außerdem dürfe man sich nicht erwarten, dass die Insolvenzen heuer niedriger ausfallen: „Aus dem ersten Quartal auf den Rest des Jahres zu schließen, wäre verfrüht“, meint Kantner.

Die Bundesländer mit den stärksten Rückgängen an Insolvenzen sind das Burgenland (-26,4 %), Vorarlberg (-21,1 %), die Steiermark (-19,8 %) und Kärnten (-17,1 %). Wien verzeichnet immerhin noch ein Minus von 12,3 %, wogegen das Minus in Oberösterreich (-1,3 %) statistisch nicht signifikant sein kann, da es ein stark auf den Export orientiertes Bundesland ist. 

Nach der Anzahl der Fälle rangieren wiederum wohlbekannte Branchen unter den ersten drei: unternehmensbezogene Dienstleistungen mit 212 Fällen, die Bauwirtschaft mit 208 Fällen und das Gastgewerbe mit 195 Fällen. Alle drei Branchen sind ausgesprochen groß, mit vielen, teilweise extrem kleinen Unternehmen, was die Insolvenzhäufigkeit erklärt.

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