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Mobilfunk boomt: Betreibern bleibt aber immer weniger im Börsel

25.04.2013

Die Österreicher telefonieren und surfen mobil mehr, als je zuvor. Die SIM-Abdeckeung beträgt 159 Prozent. Trotzdem bleibt den Mobilfunkern unter Strich immer weniger Kohle übrig. Und das wird sich auch nicht so schnell ändern. Die Betreiber pochen nun auf die Digitale Dividende II. Indes zeigt eine aktuelle Studie auf, wie wir mit unseren Smartphones herumspielen.  

15 Prozent mehr Breitbandnutzer innerhalb eines Jahres, eine bundesweite SIM-Abdeckung von 159 Prozent der Bevölkerung - und trotzdem wird von der Branche von „immer schwierigeren Bedingungen“ gesprochen. Die Zahlen zeigen warum: Während der Gesamtumsatz der Branche mit 4,5 Milliarden Euro nahezu gleich blieb, sind Ergebnisse vor Steuern und Abschreibungen um fast acht Prozent auf 1,32 Milliarden Euro geschmolzen, wie Lothar Roitner, Vizepräsident des Forums Mobilfunkkommunikation (FMK) und Geschäftsführer des FEEI. Eine Studie prognostiziert auch für die nächsten Jahre keine Besserung. Der Markt ist enorm umkämpft. Die Zahl der 14.300 Beschäftigten sollen in diesem Jahr allerdings stabil bleiben, trotz Orange-Übernahme.

Heute ging die Jahrespressekonferenz des FMK über die Bühne. Ein Agenda-Punkt war natürlich die Digitale Dividende, die nach mehrfacher Verschiebung im Herbst unter den Hammer kommen soll. Bekanntlich haben alle Netzbetreiber ihr Interesse bekundet. Fraglich ist, ob ein neuer Netzbetrieber dazu kommen könnte. Von Seiten des FMK hieß es heute, man habe keine Anzeichen dafür. Möglich wäre aber, dass virtuelle Netzbetreiber demnächst mitspielen. So ranken sich etwa um den ehemaligen Orange-Chef Michael Krammer Gerüchte.

 

Pochen auf Digitale Dividende II

 

3-Chef Jan Trionow drückt aufs Tempo, pocht in seiner Funktion als Präsident des Forums Mobilkommunikation bereits auf die Digitale Dividende II. Bei dieser geht’s um den Frequenzbereich von unter 800 MHz.

Es sei im Sinne Österreichs, dass die Politik in ihre Überlegungen zur flächendeckenden Breitbandversorgung das Thema Mobilkommunikation mit hoher Gewichtung mit einbeziehe. LTE sei am Vormarsch, die Politik müsse den Mobilfunk als Infrastruktursäule wahrnehmen. "Es muss deshalb schon jetzt an die Digitale Dividende II gedacht werden.“ Die Vergabe der Digitalen Dividende II an den Mobilfunk müsse viel schneller vorangetrieben werden als bei der Digitalen Dividende I.

 

Mobiler Boom bis vierfach zum Mond

 

Dass Drängen auf die Digitale Dividende II ist aus Sicht der Mobilfunkbetreiber verständlich. So verzeichnet das mobile Internet enorme Zuwächse. 73 Millionen Gigabyte wurden 2012 übertragen, um zwei Drittel mehr als im Vorjahr. Umgerechnet auf Papier sind 73 Millionen Gigabyte ein DIN A4-Stapel von rund 1,5 Millionen Kilometer Höhe. Das entspricht der vierfachen Distanz Erde-Mond", so FMK-Geschäftsführerin Margit Kropik vor Journalisten. Außerdem haben die Österreich 2012 23 Milliarden Minuten mobil telefoniert, das ist ein Anstieg von gut zwei Prozent gegenüber dem Jahr 2011 und ebenfalls mehr als je zuvor.

 

Nutzer-Studie

 

Eine auf der Pressekonferenz präsentierte Gallup-Studie zeigt das Mobile-Nutzerverhalten der Österreicher auf. Eifrigste Handy-Surfer ist erwartungsgemäß die Personengruppe der Unter-30-jährigen mit 79 Prozent Smartphone-User. Bei den bis 60-jährigen sind es 54 Prozent, nur elf Prozent der Menschen im Pensionsalter haben einen telefonierfähigen Mini-Computer in der Hosentasche. Bei den Berufsgruppen führen die Studenten, das Schlusslicht bilden Landwirte und Rentner.

40 Prozent der Personen mit einem Monatseinkommen unter 1.500 Euro nutzen ein Smartphone, bei einem Monatssalär über 3.000 Euro sind es 66 Prozent. Rund fünf Prozent der Österreicherinnen und Österreicher haben überhaupt kein Handy oder nutzen es nicht. Rund die Hälfte der Mobiltelefonbesitzer nutzt das Gerät auch als Wecker.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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