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Der Metro-Großhandel und die Media-Saturn-Gruppe gehen künftig getrennte Wege.

Metro: Warum sich der Konzern aufspaltet

07.09.2016

 Die Metro war einst Deutschlands größtes Handelsunternehmen. Doch dann geriet der Riese ins Stolpern. Jetzt will sich der Konzern aufspalten und erhofft sich dadurch neue Wachstumsimpuls

Der Metro-Großhandel und die Supermarkttochter Real auf der einen, die Elektronikketten Media Markt und Saturn auf der anderen Seite sollen in Zukunft getrennte Wege gehen. Fragen und Antworten zu Konzernplänen:

Ist die Idee einer Aufspaltung neu?

Nein. Im Gegenteil. Schon 2008 liebäugelte der damalige Metro-Chef Eckhard Cordes mit einer Zerschlagung des Konzerns. Er wollte die Warenhaustochter Kaufhof verkaufen und dachte auch über einen Börsengang von Media Saturn nach. Vereitelt wurden die Vorhaben aber von der Finanzkrise. Erst seinem Nachfolger Olaf Koch glückte im Sommer vergangenen Jahres der Verkauf der Warenhäuser an die kanadische Hudson's Bay Group, der Milliarden in die Kassen spülte. Die Aufspaltung des verbleibenden Konzerns sei nun der logische nächste Schritt, betonte Koch.

Was verspricht sich Koch von der Aufspaltung?

   Mehr Wachstum und mehr Börsenwert. Mehr Wachstum, weil die dann klar auf ein Geschäftsfeld ausgerichteten Unternehmen dynamischer agieren und sich ganz auf ihre Kundengruppe konzentrieren können. Mehr Börsenwert, weil Mischkonzerne wie die Metro an der Börse schlechter bewertet werden als klar fokussierte Unternehmen.

 Was spricht gegen eine Aufspaltung?

   Wenig. Denn Gemeinsamkeiten zwischen den Geschäftsbereichen gibt es kaum. Koch selbst räumte am Dienstag ein, der Zusammenschluss der Metro-Großmärkte, der Real-Supermärkte und der Elektronikketten Media Markt und Saturn unter einem Dach habe zuletzt die Geschäfte eher behindert als gefördert.

 Und was bedeutet der Schritt für die Mitarbeiter?

   Erst einmal einiges an Unruhe und Unsicherheit. Denn die Metro hat vor der Aufspaltung ihre Restrukturierungsbemühungen noch einmal beschleunigt - und das bedeutet auch den Wegfall etlicher Arbeitsplätze. Doch rechnet Metro-Chef Koch damit, dass die durch die Aufspaltung erwarteten Wachstumsimpulse den Stellenverlust schon bald mehr als wettmachen.

  Und was erwartet die Verbraucher?

   Sie dürften erst einmal am wenigsten von den Veränderungen merken. Denn der Verkauf wird selbstverständlich unverändert weitergehen. Auf Dauer würden aber auch die Verbraucher profitieren, meint Koch, weil sich die spezialisierten Gesellschaften besser auf die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse einstellen könnten.

 Steht schon fest, wer die neuen Unternehmen leiten wird?

   Ja. Die Leitung des Lebensmittelgeschäfts übernimmt Koch selbst, Aufsichtsratsvorsitzender soll der bisherige Metro-Chefkontrolleur Jürgen Steinemann werden. An der Spitze der Elektronikkette wird der Media-Saturn-Chef Pieter Haas stehen. Für den Aufsichtsratsvorsitz ist der frühere Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, vorgesehen.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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