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Media-Saturn greift bei seinen Märkten hart durch: Ein strategisch angelegter Kahlschlag?

17.09.2019

Die Sparmaßnahmen bei Media-Saturn erreichen – kurz vor Ende des Geschäftsjahres mit Ende September – eine neue Qualität. Nach Recherchen der deutschen Lebensmittelzeitung sind in den vergangenen Wochen zahlreiche Marktleiter aussortiert worden. Die Sparmaßnahmen dürften allerdings nicht der einzige Grund dafür sein.

Ohne Vorwarnung sei eine zweistellige Anzahl der für das Handelsgeschäft in den Märkten verantwortlichen Geschäftsführer vor die Tür gesetzt worden sein, schreibt die LZ. Intern sei bei Media-Saturn sogar schon von einem strategisch angelegten Kahlschlag die Rede. Die Sparmaßnahmen dürften dabei zwar ein „positiver Nebeneffekt“ sein, den Hauptgrund orten Insider allerdings ganz woanders. Und zwar in den zunehmenden Zentralisierungsbestrebungen der Großfläche. Nachdem geplant ist, Verkaufspreise künftig zentral per künstlicher Intelligenz zu steuern, würden die Marktleiter den Kulturwandel Richtung Digitalisierung enorm bremsen – weil sie eben um ihre lokalen Umsätze fürchten.

In diesem Sinne dürfte daher auch die traditionelle Beteiligung der Marktleiter auf der Kippe stehen. Bekanntlich halten die Hausleiter, die für das lokale Geschäft zuständig sind, bis zu zehn Prozent des jeweiligen Marktes. Und da lässt man sich dann doch nicht so gerne von der Zentrale ins Geschäft reinreden. Konkreter bringt’s ein Media-Saturn-Insider auf den Punkt: „Hier müsste entscheidender durchgegriffen und die Macht der Filialleiter beschnitten werden.“ Genau das dürfte auch der Plan dahinter sein.

Der Konzern bestätigt übrigens, dass das kaufmännische Management neu aufgestellt wird. Die personellen Veränderungen würden aber insgesamt nicht „über das gewohnte Maß“ hinausgehen, außerdem würden die Positionen gleichwertig nachbesetzt.

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