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Media-Saturn: Führungsstreit neu entbrannt

28.01.2016

Media-Saturn kommt nicht zur Ruhe: Minderheitseigentümer Erich Kellerhals drängte nun Media-Saturn-Finanzchef Oliver Seidl und den bisherigen Einkaufschef Klaus-Peter Voigt laut Handelsblatt dazu, aus dem Unternehmen auszuscheiden. Dieses Vorgehen stieß Mehrheitseigentümer Metro freilich sauer auf. Der Machtkampf ist neu entbrannt.

In welche Richtung soll es bei Media-Saturn gehen? Der Richtungsstreit zwischen Minderheitseigentümer Erich Kellerhals und Mehrheitseigentümer Metro ist wieder entbrannt.

Metro verlautet, dass das Vorgehen von Kellerhals und seiner Investmentgesellschaft Convergenta „nicht nachvollziehbar“ sei. Umstellungen im Vorstand von Media-Saturn gab es freilich bereits: Voigt ist aus dem Gremium ausgeschieden, nunmehr ist er Executive Vice President, und Ralph Spangenberg, bis dato Personalchef, nimmt seinen Hut. An seiner statt übernimmt nun Media-Saturn-Chef Pieter Haas im Vorstand das Personal-Ressort. Geplant sei, einen neuen Personalchef „unterhalb des Führungsgremiums“ zu installieren. Das Handelsblatt zitiert eine Media-Saturn-Sprecherin mit den Worten, dass der Konzern Spangenbergs Entscheidung respektiere und bedaure.

Convergenta, die Investmentgesellschaft von Kellerhals, stieß nach: Sie forderte Voigt und Seidl auf, „dem ehrenhaften Beispiel von Herrn Spangenberg“ zu folgen. In der Gesellschafterversammlung sei den Managern die Weiterbeschäftigung jedenfalls untersagt worden.

Die Sprecherin von Media-Saturn verwies bei Seidl auf die Gesellschafter – Seidl sei unbefristet bestellt worden, eine Entscheidung zur Abberufung gäbe es nicht.

„Ein ewiger Kampf“

Zur Vorgeschichte: Mehrheits- und Minderheitseigentümer kämpfen seit Jahren um die Vormacht bei Media-Saturn. Zwar hält Kellerhals „nur“ eine Minderheitsbeteiligung von 21,62 Prozent – die restlichen Prozente liegen bei der Metro –, er verfügt aber über Veto-Rechte.

Mehrmals „bedrängte“ Kellerhals in der Vergangenheit, so das Handelsblatt, Media-Saturn-Chef Pieter Haas, der gleichzeitig Vorstandsmitglied beim Düsseldorfer Handelskonzern ist. Kellerhals verwendete laut Handelsblatt in diesem Zusammenhang das Wort vom „verlängerten Arm der Metro“.

Jüngst hatte sich Kellerhals auch für eine Kapitalerhöhung um 115 Millionen Euro (auf 150 Millionen Euro) bei Media-Saturn ausgesprochen. Ralph Becker, Geschäftsführer der Convergenta, äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass er andernfalls eine „Schieflage“ befürchte. Der Konzern Metro hingegen betonte, keine „Notwendigkeit für eine Geldspritze“ zu sehen.

 

Autor: Rudolf Preyer

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