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Der in der Energiebranche groß gewordene Milliardär Daniel Kretinsky will zum größten Aktionär beim deutschen Handelsriesen Metro aufsteigen. Deswegen verhandelt er mit Media-Saturn-Mutter Ceconomy.

Media-Saturn: Braunkohle-Baron greift nach Metro

28.08.2018

Media-Saturn-Mutter Ceconomy prüft den Verkauf ihres Metro-Anteils. Das Unternehmen in Bereits in Gesprächen mit der EP Investment. EP Investment wird durch Daniel Kretinsky vertreten, einem tschechischen Milliardär, der zum größten Metro-Aktionär aufsteigen will. Ceconomy käme ein Verkauf  nicht ungelegen.

Der in der Energiebranche groß gewordene Milliardär Daniel Kretinsky will zum größten Aktionär beim deutschen Handelsriesen Metro aufsteigen. Der Tscheche hat sich mit einem Geschäftspartner ein Aktienpaket des langjährigen Metro-Anteilseigners Haniel gesichert und verhandelt nun eben auch mit der Elektronikhandelsholding Ceconomy über einen Verkauf des Metro-Anteils von knapp 9 Prozent. Eine Entscheidung, ob und zu welchen Bedingungen der Verkauf abgeschlossen werden könnte, sei noch nicht gefallen. Ceconomy hält rund zehn Prozent an Metro. Davon unterliege rund ein Prozentpunkt steuerlichen Sperrfristen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Ceconomy käme ein Verkauf jedoch nicht ungelegen - der Wertverfall der Metro-Aktien hatte in den vergangenen Quartalen die Bilanz der Holding belastet.

Metro hatte sich mit seinen Großmärkten und der Supermarktkette Real im Sommer vor einem Jahr von Ceconomy abgespalten, diese umfasst die Ketten Media Markt und Saturn. Die im MDax-notierten Ceconomy-Aktien stiegen um fast sechs Prozent, die Metro-Aktien schossen sogar um mehr als 18 Prozent nach oben - der größte Kurssprung seit der Aufspaltung. "Die seit längerem schwelende Unsicherheit über die Aktionärsstruktur bei Metro ist jetzt erst einmal verschwunden", sagte ein Händler. "Bei Investoren keimen jetzt Spekulationen um ein Angebot zur Komplettübernahme auf." In der Vergangenheit hatten immer wieder Gerüchte über einen Umbruch im Aktionärskreis der Metro und Überlegungen, diese letztendlich sogar von der Börse zu nehmen, die Runde gemacht.

Über 30 Prozent an Metro

Durchgerechnet könnten Gesellschaften unter Kontrolle Kretinskys insgesamt Zugriff auf über 30 Prozent der Metro-Anteile erhalten. Spekulationen über ein dann fälliges Übernahmeangebot machten bei Anlegern die Runde. Metro sei jeder Aktionär willkommen, sagte ein Konzernsprecher. Man freue sich darauf, den neuen Anteilseigner und seine Vorstellungen kennenzulernen.

Kretinsky hält mit 53 Prozent der Anteile die Mehrheit an der Gesellschaft EP Global Commerce (EPGC), die sich 7,3 Prozent der Metro-Anteile gesichert hat. Übernommen hat die EPGC diese von der Duisburger Familienholding Haniel. Doch Kretinsky und sein langjähriger Geschäftspartner Patrik Tkac wollen mehr: Sie haben sich den Zugriff auf weitere 15,2 Prozent der Metro-Aktien aus dem Haniel-Besitz gesichert. Haniel kehrt bei einem Verkauf dieses Pakets nach mehr als 50 Jahren Metro den Rücken. Die Familienholding war in den vergangenen Jahren nicht mehr glücklich mit ihrem Investment bei dem kriselnden Handelsriesen, Haniel-Chef Stephan Gemkow übte auch Kritik an Metro-Chef Olaf Koch. EPGC käme insgesamt auf 22,50 Prozent der Metro-Anteile und wäre mit Abstand größter Einzelaktionär. Und dazu könnte nun auch noch der Teil von Ceconomy kommen.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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