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Media-Saturn am Pranger: Gewerkschaft GPA-djp macht Ernst

30.06.2014

Media-Saturn sei nicht willens, konstruktive Gespräche mit der Gewerkschaft GPA-djp zu führen, heißt es in einer Aussendung. Verstöße gegen das Arbeitsrecht gebe es jedoch in allen 60 Standorten. Den Arbeitnehmervertreter reißt daher der Geduldsfaden. Sie machen Ernst und informieren die Behörden.

Noch in dieser Woche will die GPA-djp alle österreichischen Gebietskrankenkassen darüber informieren, dass Media-Saturn weder Vor- noch Nacharbeitszeiten außerhalb der Öffnungszeiten entlohne, wie das die Gewerkschaft vorschreibt. Denn genau das scheint sich in allen rund 60 Standorten in Österreich eingeschlichen zu haben, schreibt die Gewerkschaft in einer Aussendung. Außerdem habe eine Umfrage unter Mitarbeitern ergeben, dass Beschäftigte ihre Aus- und Weiterbildungen entgegen den Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes größtenteils unbezahlt in der Freizeit absolvieren müssten (Elektrojournal Online berichtete).

„Keine Taten“

Media-Saturn reagierte auf die Vorwüfe, betonte gemäß der Gesetzgebung zu agieren. Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp, lässt das nicht gelten: "Den medialen Ankündigungen der Geschäftsleitung in der Vorwoche, wegen der Verstöße gegen Arbeitsrecht und Kollektivvertrag, die eine Umfrage unter den Beschäftigten ergeben haben, dem Dialog mit uns offen gegenüber zu stehen, sind bis jetzt keine Taten gefolgt. Zur Lösung der Problemfelder in den Unternehmen haben wir jetzt also keine andere Alternative, als die Behörden über die Befragungsergebnisse zu informieren.“

Außerdem will die Gewerkschaft die Arbeitsinspektorat darüber verständigen, dass die Befragung auch ergeben hat, dass die Schwarz-Weiss-Regelung zur Samstagsarbeit im Unternehmen bei der Hälfte der Beschäftigten nicht eingehalten werde. In Österreich haben Media Markt und Saturn etwa 2.400 Beschäftigten. Poyer fordert das Arbeitsinspektorat auf, im gegebenen Fall die gesetzlich verankerten Strafen zu verhängen.


„Keine konstruktiven Gespräche“

"Es ist mir wirklich unverständlich, dass die Geschäftsführung nicht willens ist, unser Angebot, endlich konstruktive Gespräche mit uns zu führen, innerhalb einer gebotenen Zeitspanne nicht annimmt", kommentiert GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian. Er kündigt an, nicht locker zu lassen, „bis auch bei Media Markt und Saturn alle Bestimmungen des Arbeitsrechts und des Kollektivvertrages eingehalten werden.“

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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