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Leserbriefe: Was wir noch sagen wollten…

29.10.2019

Elektrojournal-Leser halten mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg – das beweisen uns auch die immer zahlreicheren Leserbriefe. Das freut uns sehr und beweist, dass wir uns mit unserem Premium-Content auf dem richtigen Weg befinden. Danke, dass Sie sich dafür die Zeit nehmen.

In der aktuellen Elektrojournal-Ausgabe finden Sie auf Seite 20 eine erste kleine Auswahl – darunter auch ein Leserbrief von Peter Hapke. Nachdem dieser eine etwas längere Antwort benötigte, finden Sie hier nun die ausführliche Version.

Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Lanner,

ich bin langjähriger Abonnent und Leser des Elektrojournals und mir ist ein deutlich wachsender Fokus auf die Qualität und das Themenangebot in den vergangenen Ausgaben aufgefallen – dafür erstmal meine Hochachtung! Speziell die fachlich guten und sehr detaillierten Artikel über Produktneuheiten, Installationshilfen, Marketing, und Vieles mehr bestätigen den Eindruck.

Schade insofern, dass im folgenden Bericht („Sonniges Vorbild“) über Infrarotheizungen nun definitiv Unwahres zu lesen ist.

Der Autor, der es in seiner Position und langjährigen Tätigkeit sicher besser weiß, schreibt darin nämlich hinsichtlich der Einordnung von angeblich „guten“ Infrarotheizungen vs. „schlechten“ Infrarotheizungen zu Marmorheizungen „der Marmor gibt seine Wärme nicht als IR Strahlungswärme ab“. Hier kann sich nur ein Fehler eingeschlichen haben, denn Marmorheizungen sind sehr wohl Infrarotheizungen. Hier empfehle ich die Nachlese in DEM Referenzbuch "Phänomen Strahlungsheizung" ISBN 978-3-8169-2884-3 von Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier die Lektüre, zumindest der Seiten 32 und 108 und bitte hiermit um Richtigstellung.

Wer einen Fehler findet, wird naturgemäß kritischer - auch zum Punkt „Heizlastberechnungen“  - der Autor schreibt, ein Besuch vor Ort wäre ideal, NEIN, eine Besichtigung vor Ort (Altbestand) ist eine conditio-sine-qua-non und muss unbedingt vor, im Rahmen von, statt oder nach einer Computergestützten Heizlastberechnung durchgeführt werden. Sonst ist es nämlich egal, ob es sich um eine „gute“ oder „schlechte“ Infrarotheizung handelt (aus Sichtweise des Autors), da die Heizung sonst nicht ideal ausgelegt werden kann.

Abgesehen davon – keep up the good work,

vielen Dank und freundliche Grüße
Peter Hapke

Antwort

Sehr geehrter Herr Hapke,

vorweg möchte ich mich herzlich für das Lob bedanken. Und auch wenn ich Sie in unserer Abonnentenliste nicht auffinden kann, freut es mich, dass Ihnen unser Fokus auf Qualitätsthemen aufgefallen ist und dieser offenbar auch auf Ihr Interesse stößt. Unserem Qualitätsbestrebungen geschuldet ist auch die Tatsache, dass wir Kritik nicht nur sehr ernst, sondern auch sehr erfreut darüber sind – schließlich ist niemand perfekt und „Luft nach oben“ ist immer gegeben. Außerdem freut es uns, wenn unsere Beiträge so genau gelesen werden.

Nun aber zu Ihren Anmerkungen:

Obwohl wir schon bei der Erstellung des Beitrags eng mit Fachleuten aus Österreich und Deutschland zusammengearbeitet haben, haben wir Ihren Leserbrief zum Anlass genommen, uns nochmals genauer mit dem Thema Marmorheizungen zu beschäftigten. Nach ausführlichen Diskussionen müssen wir Ihnen auch teilweise Recht geben: Die Wortwahl, dass der Marmor seine Wärme „nicht als IR-Strahlungswärme“ abgibt ist leider etwas unpräzise gewählt. Korrekt hätte es heißen müssen, dass der Marmor seine Wärme „nur teilweise als IR-Strahlungswärme“ abgibt.

Generell sind Marmorheizungen langsame, speichernde Elektroheizungen mit einem gewissen Anteil an Strahlung – aber das wissen Sie ja sicherlich. Ein physikalischer Fakt ist zudem auch, dass der Marmor aufgrund seiner kristallinen Struktur schlechter als z.B. Keramik strahlt. Überhaupt sind strahlende Speicherheizungen für mich ein technisches Phänomen, da die eingespeiste elektrische Leistung entweder in die Abstrahlung oder in die Speicherung gehen kann und daher kaum beides gleichermaßen erfüllt ist. Immerhin benötigt die Heizung auch fast eine Stunde, um in den ausgewogenen Temperaturbereich zu kommen. Technisch gesehen sollten die Heizleiter nahe an der Vorderseite sein, und auch die Abstrahlung nach hinten sollte unterdrückt werden. Beides wird von Marmorheizungen aber überwiegend nicht erfüllt, da weder eine Wärmedämmung noch ein Strahlungsschirm rückseitig angebracht ist.

Zu den Werken von Claus Meier, der zwar Architekt aber kein Physiker war, ist anzumerken, dass er in seinem Buch bzw. in seinen Vorträgen (einige davon gibt’s auch YouTube zu finden) ein paar grobe Fehler macht. Vor allem seine physikalischen Erklärungen sind meines Erachtens sehr fragwürdig und widersprechen oft dem, was ich selbst in Technischer Physik gelernt habe. So hat er sich etwa bei seiner Interpretation des Stefan-Boltzmann-Gesetzes um einen Faktor 2 geirrt und er definiert die von ihm so genannte „Hohlraumstrahlung“ falsch, da er beim Begriff der abgegebenen Netto-Strahlungsleistung offenbar von einer falschen Basis ausgeht. Überhaupt hat Herr Meier meines Erachtens einen sehr „kreativen“ – wenn nicht sogar „philosophischen“ – Zugang zur Physik. Und wenn Sie mir noch eine persönliche Anmerkung gestatten: Seine regelmäßigen Verweise auf „Verschwörungs- und Verschleierungstheorien“ sind seiner wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit auch nicht unbedingt dienlich.

In jedem Fall Recht geben können wir Ihnen beim Punkt Heizlastberechnungen. Die Verwendung des Wortes „wäre“ in Verbindung mit einem Besuch vor Ort, wäre völlig falsch. Aus diesem Grund hat unser Autor das auch NIRGENDWO geschrieben – ganz im Gegenteil: Im Text steht vielmehr: „Ein Qualitätsanbieter muss sich hier differenzieren, das Thema heizen ernst nehmen und vermitteln, was zu tun ist, um ein effizientes, optimiertes und behagliches Heizsystem zu realisieren. Dazu gehören auch die Berechnung der Heizlast, eine Beratung vor Ort (da ja bei der Strahlungsheizung auch das Umfeld mitwirkt), professioneller After Sales u.v.m.“

Zudem steht im Kasten mit den wichtigsten Merkmalen einer guten IR-Paneel-Heizung im vorletzten Punkt: „Ein professionell agierender IR-Paneel-Anbieter muss auch eine Heizlastberechnung anbieten, ohne die eine optimale Auslegung der Heizung nicht möglich ist – auch Beratung vor Ort ist ideal, da bei einer Strahlungsheizung auch die Sekundärstrahlung wirksam ist.“ Ich denke, noch viel deutlicher kann man die Wichtigkeit eines Vor-Ort-Termins nicht ausdrücken. Ich gehe deswegen davon aus, dass Ihnen Ihr kritischer Blick hier einen üblen Streich gespielt hat.

In jedem Fall werden wir Ihrem Wunsch entsprechen und Ihren Leserbrief in der kommenden Elektrojournal-Ausgabe bzw. auf Elektrojournal Online veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Lanner

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