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Laut Bitkom schließen YouTube-Stars in der jugendlichen Beliebtheit an Musiker/Bands an.

Lebenswelt der Generation Z: „mobile first“ & „always on“

16.05.2017

Emojis und Video-Schnipsel sind das neue Telefonieren und YouTube-Stars die größten Idole: Kinder und Jugendliche sind immer früher, immer länger und immer mobiler im Netz unterwegs.

Während 2014 noch 39 Prozent der 6- bis 7-Jährigen angaben, zumindest gelegentlich das Internet zu nutzen, ist es heute bereits rund die Hälfte (48 %). Auch die verbrachte Zeit im Internet stieg in diesem Zeitraum sprunghaft an, von 11 Minuten 2014 auf heute 39 Minuten täglich, besagt eine aktuelle Bitkom-Studie.

Ähnlich sieht die Entwicklung bei den 8- bis 9-Jährigen aus. Hier steigerten sich die Werte der Internetnutzer auf 81 (2014: 76) %. Die verbrachte Zeit im Internet hat sich dabei binnen drei Jahren fast verdreifacht von damals 16 auf heute 43 Minuten.

Deutlich öfter als noch vor drei Jahren nutzen Kinder und Jugendliche Smartphones und Tablets, oft sogar die eigenen. Während vor drei Jahren erst 20 % der 6- bis 7-Jährigen ein Smartphone beziehungsweise Handy nutzten, sind es jetzt 38 %, die Tablet-Nutzung stieg gar von 28 auf 64 %.

Über ein eigenes Smartphone verfügen 67 % der 10- bis 11-Jährigen (2014: 50 %), ab 12 Jahren gehört das Gerät dann für so gut wie alle Jugendliche zur Standardausstattung. Insgesamt betrachtet haben 87 % der Kinder ab 10 Jahren ein eigenes Smartphone (2014: 79 %), beim Tablet sind es 33 % (2014: 17 %).

Dazu Bitkom-Vizepräsident Achim Berg: „Der Medien- und Internetkonsum von Kindern und Jugendlichen wird immer mobiler. Ins Internet zu gehen ist den Kindern von heute völlig fremd, sie sind always on – egal wo und egal wann. Die Generation Y ist in die entstehende digitale Welt reingewachsen. Die Generation Z ist nun die erste Altersgruppe, die vom Kindesalter an mit digitalen Technologien aufwächst.“

Das Smartphone wird bereits von den Jüngsten als mobiler Alleskönner eingesetzt. 88 % nutzen es zum Telefonieren, es folgen Musik hören (83 %), Messenger (82 %), Kamera und Internet (je 78 %) sowie andere Anwendungen (61 %).

Mehr als jeder Zweite (51 %) sagt, dass er sich ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen kann. Allerdings ist das Smartphone in jeder vierten Familie offenbar auch Grund zur Diskussion. So sagen 26 %der Smartphone-Nutzer im Alter von 10 bis 18 Jahren, dass es zu Hause oft Streit gibt, weil das Handy zu viel genutzt wird.

Einen eigenen Fernseher haben nur noch 32 % (2014: 41 %). Dafür wird der Smart TV immer beliebter: 2014 besaßen 7 % einen Smart-TV, heute haben bereits 29 % der Kinder und Jugendlichen einen internetfähigen Fernseher.

Im Internet wird aber zunehmend mobil gesurft: Während 2014 noch 46 % mit dem stationären PC ins Internet gingen, sind es heute nur mehr 35 %. Die Beliebtheit des Laptops zum Surfen sank im gleichen Zeitraum von 65 auf 49 %. Tablet und Smartphone steigerten sich hingegen um 19 bzw. 12 Prozentpunkte auf 48 und 77 %.

Bei den sozialen Netzwerken und Messengern dominiert WhatsApp quer durch alle Altersgruppen: 72 % der 10- bis 11-Jährigen nutzen den Chatdienst bereits. Bei den älteren Jugendlichen ab 14 Jahren ist es dann beinahe jeder (96 %).

Auch die Beliebtheit anderer Netzwerke steigt mit zunehmendem Alter deutlich. YouTube nutzen etwa jeder zweite 10- bis 11-Jährige (51 %) und drei Viertel aller 16- bis 18-Jährigen (76 %) zumindest ab und zu auch aktiv.

Die hohe Beliebtheit der Sozialen Netzwerke zeigt sich auch darin, dass bereits mehr als jeder Dritte (36 Prozent) sagt, dass der eigene Lieblingsstar ein YouTube-Star ist. Damit sind die sogenannten Social Influencer beliebter als Idole aus den klassischen Bereichen Sport (23 %) und Schauspiel (18 %).

Auch Streaming-Anbieter wie Spotify oder Deezer haben Zulauf. Musik hörten 2014 noch 59 % der jungen Generation online, mittlerweile sind es 66 %. Im Videobereich hat Streaming DVD und Blue-Ray überholt.

Informationen und praktische Tipps vom sicheren Surfen im Web über kostenlose Jugendschutzprogramme bis hin zur Soforthilfe im akuten Mobbing-Fall bieten zahlreiche private und staatliche Initiativen. Eine Übersicht mit den wichtigsten Hinweisen für Eltern und weiterführenden Links hat der Bitkom hier zusammengestellt: https://www.bitkom.org/Themen/Politik-Recht/Medienpolitik/Bitkom-Tipp.html.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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