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Kontrollen von Mitarbeitern: Wie weit dürfen Händler gehen?

16.01.2014

Ins Gerede kam Media Markt Krems als durchsickerte, dass Leibesvisitationen durchgeführt wurden. Die Geschäftsführung schob die Schuld von sich, Buhmann sei die Sicherheitsfirma. Elektrojournal Online berichtete. Aber was können Betriebe gegen diebische Mitarbeiter eigentlich tun?

Dass es Mitarbeiter gibt, die bei ihren Arbeitgebern klauen, ist bekannt. Für Österreich gibt’s zwar keine Zahlen. Eine vom Kölner Handelsinstitut EHI durchgeführte Studie besagt aber, dass in Deutschland Einzelhändler durchschnittlich 0,98 Prozent ihres Bruttoumsatzes (berechnet nach Verkaufspreisen) durch sogenannte „Inventurdifferenzen“ verlieren. Ein Fünftel dieser „Inventurdifferenzen“ gehen laut Studie auf das Konnte von diebischen Mitarbeitern. Das macht einen jährlichen Schaden von 800 Millionen Euro, wie Die Presse berichtet.

 
Zurück nach Österreich

Zurück nach Österreich: Darf Media Markt Krems jetzt Leibesvistationen durchführen? „Arbeitgeber haben ein Recht, ihr Eigentum zu schützen. Und auch ein Kontrollrecht – diesem unterwirft sich der Arbeitnehmer durch den Dienstvertrag. Das ist unbestritten“, sagt Arbeitsrechtsexperte Thomas Angermair von der Kanzlei Dorda Brugger Jordis zu Die Presse. Man müsse allerdings beide Seiten abwägen. Und wenn Sicherheitskräfte Mitarbeiter abtasten, gehe das doch zu weit: „Das übersteigt auch aus meiner Sicht das, was zulässigerweise vereinbart werden kann.“ Das ist auch dem Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG) zu entnehmen.

Kontrolle mit einem Scanner, der mit Code gesicherte Waren erkennt, seien mit Zustimmung aber wohl erlaubt. Arbeitgeber dürften aber generell nur das „schonendste, zum Ziel führende Mittel anwenden“ und die Privatsphäre nicht verletzen. So sind Hausbesuche bei Mitarbeitern tabu, auch eine Aufforderung den Kofferraum des Privatautos zu öffnen, geht zu weit.

 
Fließende Grenzen

Die Grenzen sind allerdings fließend, wie Georg Fellner, Rechtsanwalt bei Brauneis Klauser Prändl, in dem Artikel meint. Stichproben seien aber eher vertretbar als flächendeckende Kontrollen. Zudem mache es einen Unterschied, ob ob im Unternehmen schon viel vorgefallen ist oder nicht. Und natürlich kommt’s auf die Ware drauf an. Taschenkontrollen können übrigens vereinbart werden. Allerdings muss der Betriebsrat bzw. der einzelne Mitarbeiter zustimmen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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