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Kein Anschluss unter dieser Nummer: Siemens zieht einen Schlussstrich unter sein Telefongeschäft

01.07.2013

Die Handysparte hat man bereits vor acht, das Festnetzgeschäft vor fünf Jahren zu Grabe getragen. Jetzt ist der deutsche Konzern auch seine ungeliebte Netzwerksparte los. Nokia hat zugeschlagen und legt dafür stolze 1,7 Mrd. Euro auf den Tisch.

Seit seiner Gründung im Jahr 2007 schrieb das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Network (NSN) nur Verluste. Zumindest für Siemens gehören diese nun der Vergangenheit an. Für 1,7 Mrd. Euro übernehmen die Finnen Siemens’ 50 Prozent-Anteil am ehemaligen Gemeinschaftsunternehmen. Siemens-Chef Peter Löscher kann frohlocken, auch wenn der Betrag wesentlich geringer ausgefallen ist, als Analysten vermuteten. Im Februar wurde der Wert des Unternehmens noch auf etwa fünf Mrd. Euro taxiert.

 

Um den Verkauf des Anteils am Gemeinschaftsunternehmen zu ermöglichen, greift Löscher dem angeschlagenem finnischen Handyhersteller auch kräftig unter die Arme. Vom vereinbarten Kaufpreis fließen vorerst nur 1,2 Mrd. Euro in bar, den Rest muss Nokia erst später zahlen. Löscher hat es sich zum Ziel gesetzt, sich von unprofitablen Randbereichen trennen. So wurde erst kürzlich die verlustbringende Solarsparte geschlossen.

 

Der Netzwerkausrüster NSN stöhnt seit Jahren unter dem Preisdruck. Das Management hatte Anfang 2012 die Reißleine gezogen und harte Einschnitte angekündigt. Dazu gehört auch der Abbau von 17.000 der weltweit 74.000 Arbeitsplätze. NSN beschäftigte Ende März noch 56.700 Mitarbeiter - davon 6.000 in Deutschland. Ob Nokia den Ausrüster auf Dauer im Konzern behält, ist offen. Der Markenname soll auf jeden Fall geändert werden und einem finnischen Zeitungsbericht zufolge soll die Produktion ausgelagert werden.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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