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Insolvenzstatistik: Weniger Firmenpleiten im ersten Halbjahr / Anstieg im Herbst erwartet

25.06.2013

Die Insolvenz des Salzburger Baukonzerns Alpine Bau - die größte Pleite der Zweiten Republik - wirbelt die heimische Firmen-Insolvenzstatistik gehörig durcheinander. Die Schulden der insolventen Unternehmen in Österreich sind durch diesen Fall laut Kreditschutzverband (KSV) von 1870 um das 2,7-fache der Vergleichsperiode auf 3,8 Mrd. Euro gestiegen. Ohne Alpine-Pleite wären es 1,2 Mrd. gewesen und damit ein Rückgang. "Dieser eine Fall stellt alles in den Schatten, was sonst in diesem Zeitraum in Österreich passiert ist", so KSV-Insolvenz-Experte Hans-Georg Kantner.

Die Zahl der Mitarbeiter, die in insolventen Betrieben arbeiten, schnellte im ersten Halbjahr 2013 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 85 Prozent auf 18.000 Personen hinauf, davon allein 4.900 Alpine-Mitarbeiter. Auch ohne Insolvenz der Alpine Bau wäre die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter um rund 34 Prozent gestiegen, geht aus der KSV-Hochrechnung hervor. Die Insolvenzfälle seien im Hinblick auf die Mitarbeiter deutlich größer als im Vorjahr und es gebe keine Anzeichen dafür, dass dieser Trend sich rasch umkehre, so Kantner.

Insgesamt gab es im 1. Halbjahr aber einen Rückgang der Firmenpleiten in Österreich um rund sieben Prozent auf 2.828 Fälle. Die eröffneten Verfahren gingen um etwa zehn Prozent auf 1.633 zurück, die mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffneten Konkurse um drei Prozent auf 1.195. Im zweiten Halbjahr erwartet Kantner wieder einen Anstieg der Insolvenzfälle: Nur der Rückgang aus dem ersten Halbjahr werde dafür sorgen, dass die Gesamtzahlen 2013 etwa auf dem Niveau von 2012 verharren. Die Passiva und betroffenen Arbeitsplätze würden aber zeigen, dass es einen Trend zur Entspannung derzeit nicht gebe. "Die derzeitige Konjunkturlage verheißt wenig Gutes. Und die Bereitschaft der Banken, notleidende Unternehmen durch ein neuerliches Konjunkturtief zu tragen, war auch schon höher", so der Insolvenzexperte.

Die größten Insolvenzen im 1. Halbjahr waren laut KSV die Alpine Bau GmbH mit Passiva in der Höhe von 2,563 Mrd. Euro, gefolgt von der Jetalliance-Gruppe mit 58,5 Mio. Euro, Niedermeyer (35 Mio. Euro), dem Fertighaushersteller GriffnerHaus (34,1 Mio. Euro), Angerlehner Hoch- und Tiefbau (25,8 Mio. Euro) und EuroBioFuels (25,0 Mio. Euro).

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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