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Trotz aller Bemühungen konnte das Steuer nicht mehr herum gerissen werden

HB Austria Vertriebs GmbH wird geschlossen

04.11.2015

Die Umsätze der letzten Wochen waren „eigentlich in Ordnung“, dennoch gelang es nicht, die HB Austria zu retten. Die Passiva sollen sich auf rund 19,4 Millionen Euro belaufen, davon rund 15,5 Millionen Euro unbesichert. Das war zu viel, neue Partner wollten nicht aufspringen. Nun gab der KSV1870 bekannt, dass das Unternehmen „aufgelöst und abgewickelt“ wird.

149 Gläubiger – darunter 60 Dienstnehmer – sind von der Großpleite betroffen. Seit 3.11.2015 gibt es beim Handelsgericht Wien eine konkursgerichtliche Schließung des Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung gegen die HB Austria electronic products Vertriebs GmbH (GZ 6 S 105/15f). Der Sanierungsplan ist zurückgezogen worden. Das Unternehmen wird geschlossen (der Betrieb lief bis einschließlich 3.11.), die GmbH wird aufgelöst und abgewickelt. Verträge werden beendet und mit einer Kerntruppe – 32 Mitarbeiter wurden laut KSV 1870 bereits gekündigt – wird das Warenlager abverkauft. Das Warenlager sei, so der KSV 1870 gegenüber Elektrojournal Online, überwiegend bankenfinanziert gewesen, freie Vermögenswerte seien kaum vorhanden gewesen.

Umsätze eigentlich in Ordnung

Die Passiva des Unternehmens betragen rund 19,4 Millionen Euro, davon sind rund 15,5 Millionen Euro unbesichert. Die Schuldnerin hatte einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten. So seien, so hieß es vonseiten des KSV 1870, die Umsätze der letzten Wochen „eigentlich in Ordnung“ gewesen, auch kleine Gewinne haben eingefahren werden können. Bis zuletzt versuchte man also, den Sanierungsplan erfüllen zu können. HB Austria-Chef Christian Blumberger zeigte sich auf der Furtura gegenüber Elektrojournal auch optimistisch.

Mit einem Finanzplan versuchte man zudem, neue Vertragspartner ans Land zu ziehen, was aber nicht gelang, so der KSV 1870. Letztlich haben alle Anstrengungen nichts gefruchtet: Es schien aussichtslos, dass der Betrieb in den nächsten zwei Jahren die Quote erfüllen könnte.

Jüngst gingen große Vertragspartner verloren: die umsatzstärksten Samsung-Händler „wanderten“ in die Direktbetreuung durch den koreanischen Konzern – was zu einem Umsatzrückgang von rund 30 Millionen Euro geführt haben soll. Toshiba beschloss, Produktion und Vertrieb von UE-Produkten in Europa einzustellen, für die HB Austria Vertriebs GmbH sollen dadurch rund vier Millionen Euro verloren gegangen sein. Auch TP Vision (Philips TV) kündigte der Firma die Zusammenarbeit auf (Umsatzrückgang: etwa zwölf Mio. Euro). Zuletzt kündige auch Loewe-Deutschland die Kooperation (Umsatzeinbruch: zirka fünf Mio. Euro).

Die HB Austria Vertriebs GmbH war in Österreich vor allem im Bereich Unterhaltungselektronik stark, zirka 2.000 Handelsbetriebe wurden beliefert. 

 

Autor
Rudolf Preyer

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