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Handelsverband-Umfrage: Jeder fünfte Konsument verschiebt geplante größere Anschaffungen

03.08.2020

Covid-19 hält die Welt im Würgegriff und sorgt laut aktuellen Zahlen des WIFO auch hierzulande für einen historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Der Handel zählt dabei zu den am stärksten betroffenen Branchen. Im Schnitt rechnen die österreichischen Handelsunternehmen heuer mit einem Umsatzrückgang von bis zu 32 %.

Doch wie sieht es eigentlich auf Konsumentenseite aus? Dieser Frage ist der Handelsverband gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitute Mindtake in der jüngsten Ausgabe des Consumer Check nachgegangen.

Die Ergebnisse

Die Österreicher haben eine klare Meinung zu den Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung der gesundheitlichen Folgen der Corona-Krise: 23 % vergeben dafür die Note „Sehr gut“, 43 % ein „Gut“, 21 % ein „Befriedigend“, 7 % ein „Genügend“ und 6 % ein „Nicht genügend“.

Etwas besser als noch vor einigen Wochen bewerten die heimischen Konsumenten auch die Bemühungen der Regierung, den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie entgegenzutreten. 11 % der Befragten vergeben hierfür ein „Sehr gut“, 29 % ein „Gut“, 31 % ein „Befriedigend“, 14 % ein „Genügend“ und immerhin noch 15 % ein glattes „Nicht genügend“. Die Bewertung der Bürger weicht naturgemäß deutlich von jener ab, welche die Unternehmen als Betroffene abgegeben haben.

Generell werden folgende Anti-Covid-Maßnahmen von der heimischen Bevölkerung als am sinnvollsten eingestuft:

  • Einhaltung eines Mindestabstandes von 1m (50%)
  • Regelmäßiges Händewaschen (49%)
  • Tragen von Schutzmasken (47%)
  • Vermeiden von Menschenmassen (47%)
  • Regelmäßige Desinfektion (22%)
  • Auf Auslandsreisen verzichten (18%)
  • Stärken des eigenen Immunsystems (15%)

eCommerce profitiert, stationärer Handel unter Druck

Spannend: Eine Mehrheit von 62 % der Österreicherinnen und Österreicher würde sich impfen lassen, sobald es einen wirksamen Impfstoff gegen Covid-19 gibt. Zurzeit wird weltweit an der Entwicklung eines Impfstoffes geforscht, auch Österreich ist daran beteiligt. Erste Tests stehen jetzt an, doch es ist Geduld gefragt: Ein Impfstoff muss nicht nur wirksam, sondern auch sicher sein. Was die am 24. Juli wiedereingeführte bundesweite Maskenpflicht in Supermärkten betrifft, hat die Bevölkerung eine klare Meinung: Fast 80 % befürworten diese Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus.

Interessant ist auch, welche Auswirkungen Covid-19 auf das Kaufverhalten hat. Hier zeigt der Consumer Check ein deutliches Bild: Während 23 % der Österreicher seit Beginn der Krise verstärkt im Onlinehandel einkaufen, trifft dies im stationären Handel nur auf 8 % der Konsumenten zu. Andererseits geben 15 % an, seit Krisenbeginn weniger online zu shoppen, im klassischen Handel beläuft sich der Anteil der „Einkaufsmuffel“ allerdings auf 24 %. „Corona wirft wie befürchtet einen langen Schatten auf das Konsumklima. Das zeigt sich jetzt insbesondere bei kostspieligen Anschaffungen, etwa Autos. Mehr als jeder fünfte Österreicher verschiebt zurzeit größere geplante Anschaffungen im Handel oder streicht diese komplett“, bestätigt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

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