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Fulminanter Aufstieg, schneller Tod: Online-Händler Pixmania zieht sich aus Österreich zurück

29.03.2013

Jetzt geht’s sogar schon den Online-Händlern an den Kragen. Pixmania, lange Zeit als Shooting-Star am europäischen eCommerce-Himmel gefeiert, verglüht jetzt als einfache Sternschnuppe. Gestern ist die österreichische Webseite offline gegangen und auch die Kunden in der Schweiz, Slowenien, Ungarn und Luxemburg müssen künftig auf die Dienste des französischen eTailers verzichten.

Insgesamt zieht sich Pixmania aus zwölf (von bislang 26) internationalen Märkten zurück, seine stationären Filialen – etwa in Frankreich oder Spanien – hat man bereits Ende mit Februar aufgelassen. Dabei galt das französische Unternehmen seit seiner Gründung vor 12 Jahren als Vorzeigeunternehmen in Sachen Online-Handel – jährliche Umsätze jenseits der 800 Mio. Euro-Marke standen bereits auf der Tagesordnung. Dass die Golgräber-Stimmung im eCommerce endend ist, wissen übrigens auch heimische Player.

Problematisch wurde es für Pixmania nachdem die britische Elektrokette Dixons eingestiegen (2006) ist und das Unternehmen dann im Vorjahr komplett übernommen hat. Seit 2006 sei der Unternehmenswert auf ein Siebtel gesunken, analysiert beispielsweise das französische Wirtschafsmagazin Capital.

Das Hauptproblem, so Capital weiter, sei gewesen, dass man mit dem Verkauf von Digicams zwar Anfangs gute Erfahrungen gemacht habe, das Sortiment dann allerdings zu schnell auf die gesamte Unterhaltungselektronik ausgeweitet habe, ohne das dafür nötige Beschaffungs-Knowhow. Zu Beginn lief es jedenfalls hervorragend: Filialen wurden eröffnet, eine leistungsfähige Logistik aufgebaut und internationale Märkte erschlossen.

Der Wendepunkt kam dann mit dem Dixons-Einstieg, schreibt Capital: „Dixons stieß auf ein Unternehmen mit 1.500 Mitarbeitern, das noch wie ein Startup geführt wurde: Kurzfristige Zielvorgaben, aus dem Bauch getroffene Entscheidungen, oberflächlich gestaltete Prozesse.“ Gleichzeitig suchten viele Führungskräfte einen lukrativen Ausstieg, die Krise im Jahr 2008 erledigte dann den Rest.

Als Gegenmaßnahme zu den sinkenden Margen im UE-Bereich erweiterte Pixmania erneut sein Sortiment. Wiederum ohne das nötige Beschaffungs-Knowhow. Projekte, wie etwa ein offener Online-Marktplatz, wurden zwar angestoßen, so richtig ins Laufen kamen sie gegen Amazon, eBay und Co. allerdings nicht. 2011/12 ging der Umsatz bereits auf 665 Mio. Pfund zurück, man schrieb einen Verlust von rund 20 Mio. Pfund. Im laufenden Geschäftsjahr weist man einen Umsatzeinbruch von 15 Prozent aus.   

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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