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„Finanzierung nicht das Thema!“ Erich Kellerhals will Media-Saturn kaufen

15.05.2014

In der Schlammschlacht um Europas größte Elektronikhandelskette Media-Saturn hat Minderheitseigner Erich Kellerhals erneut eine Übernahme der Metro-Anteile ins Spiel gebracht. Er habe dazu Investoren an der Hand. "Wir haben das alles gründlich durchgerechnet und ausgearbeitet", sagte Kellerhals der Süddeutschen Zeitung. "Die Finanzierung ist nicht das Thema", fügte er hinzu.

Ein Metro-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Ein Sprecher von Metro-Großaktionär Haniel sagte, die Holding sei an einer "Befriedung" des Verhältnisses zwischen Metro und Kellerhals interessiert. Folgen hatten die Ankündigungen bisher nicht. Eine Übernahme des Metro-Anteils durch Kellerhals dürfte zudem teuer werden: Anfang 2013 hatte Media-Saturn-Mitbegründer Leopold Stiefel Media-Saturn-Anteile von knapp drei Prozent an Metro verkauft und Konzernkreisen zufolge rund 230 Mio. Euro erhalten. Auf dieser Grundlage wurde die Kette rein rechnerisch schon damals mit deutlich mehr als 7 Mrd. Euro bewertet. Metro-Aktien notierten in der Früh mit einem Plus von über zwei Prozent bei 28,85 Euro.

 

Gründer Kellerhals hält 22 Prozent, der Handelskonzern Metro 78 Prozent. Seit Jahren ringen die beiden Seiten erbittert um das Sagen bei der Kette mit über 56.000 Mitarbeitern, die zuletzt knapp ein Drittel des Metro-Umsatzes erwirtschaftete. Kellerhals hatte bereits 2011 eine Übernahme der Metro-Anteile ins Spiel gebracht. Metro-Chef Olaf Koch hatte seinerseits immer wieder betont, der Konzern wolle Kellerhals' Anteile kaufen.

 
Haas leitet formal das MSH-Geschäft 

Im Mittelpunkt des Streits stehen die umfassenden Veto-Rechte, über die Kellerhals trotz seiner Minderheitsbeteiligung verfügt. Metro möchte diese aushebeln, beide Seiten streiten seit Jahren auch vor Gericht. Der Zwist hatte jüngst auch zum Abgang von Media-Saturn-Chef Horst Norberg geführt. Koch hatte daraufhin Metro-Vorstandsmitglied Dieter Haas als Vize-Chef nach Ingolstadt in die Media-Saturn-Zentrale entsandt und angekündigt, Haas leite dort nun formal die Geschäfte.

 

Bei Kellerhals stößt die Personalie auf wenig Gegenliebe: Haas habe Media-Saturn vor einem Jahr im Streit verlassen, sagte Kellerhals dem Blatt. "Angeblich war es ihm nicht mehr zuzumuten, für Media-Saturn zu arbeiten. Wie kann ich da annehmen, dass jetzt seine ganze Loyalität wieder dem Unternehmen Media-Saturn gehören soll, zumal er seinen Vorstandsposten bei der Metro nicht aufgeben will?"

 

Auch das Verhältnis Kellerhals' zu Metro-Chef Koch scheint zerrüttet. "Ich kann mir mein Gegenüber nicht aussuchen", sagte Kellerhals. Metro-Vorstände "kommen und gehen", fügte er hinzu - "manche verstehen zum Glück etwas vom Handel, manche eben nicht".

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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