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FEEI: Wirtschaftliche Lage stabilisiert sich; neue Technologiefelder schaffen Arbeitsplätze

09.07.2010

„Die Gewitterwolken verziehen sich langsam“, beschreibt Brigitte Ederer, seit Mitte Mai neue Obfrau des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) die aktuelle wirtschaftliche Lage der zweitgrößten Industriebranche Österreichs. „Allerdings hat das Jahr 2009 mit einem nominellen Produktionsrückgang von minus 15,5 Prozent auf 10,86 Mrd. Euro Spuren in der Branche hinterlassen“.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschaftskrise kämpften nahezu alle Sparten der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI) mit teils beträchtlichen Auftragseinbrüchen und daraus resultierenden Produktionsrückgängen. Die Exporte, einer der wichtigsten Impulsgeber des Sektors, sind 2009 um 20,7 Prozent eingebrochen. Der Beschäftigtenrückgang blieb im selben Zeitraum in diesem schwierigen Umfeld erfreulicherweise mit einem Minus von 5,6 Prozent sehr moderat.

 

Ende 2009 begann sich die Lage wieder zu entspannen. Die Auftragseingänge aus dem Ausland stiegen gegenüber dem 4. Quartal 2008 um 16 Prozent. Der Aufwärtstrend bei den Aufträgen Ende 2009 spiegelt sich auch im Produktionswert des ersten Quartals 2010 wider, der mit 2,2 Prozent nur geringfügig sank. Auch sonst zeigte die Wachstumskurve im ersten Quartal 2010 weiter deutlich nach oben. Die Exporte erholten sich mit einem Plus von 5,8 Prozent, die Auftragseingänge stiegen um 21 Prozent und auch die Beschäftigtensituation erwies sich stabil. Für das Jahr 2010 rechnet Ederer mit einem leichten Wachstum der Branche. Trotzdem geht die FEEI-Obfrau davon aus, dass die Konjunktur auch in den nächsten Monaten noch von der nach wie vor niedrigen Investitionsnachfrage beeinträchtigt bleibt.

 

Ausblick 2010

 

In der Elektro- und Elektronikindustrie mehren sich seit einigen Monaten die positiven Signale in Form von steigenden Auftragseingängen und Exporten. Die Sparte Bauelemente konnte im ersten Quartal 2010 um 95,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen, bei den Exporten gab es ein Plus von 30 Prozent. Auch andere wichtige Bereiche, wie Verteilungs- und Schalteinrichtungen verzeichnen wachsende Aufträge (+42,5%) und eine gute Nachfrage aus dem Ausland (+12,3%). Dass die Krise noch nicht ganz ausgestanden ist, zeigen allerdings die geringen Zuwächse bei den Auftragseingängen (+3,1%) und leicht sinkenden Exporte (-2,5%) in der Sparte Motoren, Generatoren, Transformatoren, die mit einem Anteil am Gesamtproduktionswert von 22,4% die größte Sparte innerhalb der EEI ist und daher auch wesentliche Einflüsse auf das Gesamtergebnis haben wird.

 

 

Neue Technologiefelder forcieren

 

Für die Zukunft setzt Ederer daher in erster Linie auf die Forcierung von neuen Technologiefeldern wie z.B. intelligente Energienetze. „Die steigende Ressourcennachfrage, der Klimawandel und damit verbundene Einsparungs- und Effizienzvorgaben stellen an das Energiesystem von morgen neue Anforderungen. Durch intelligente Stromnetze, sogenannte Smart Grids, kann einerseits die Energieversorgung verbessert, die Effizienz gesteigert und die Einbeziehung von alternativen Energiequellen forciert werden. Andererseits sichern wir uns dadurch im Inland Wertschöpfung und Arbeitsplätze“, ist die FEEI-Obfrau überzeugt.

 

Das weltweite Marktvolumen von Leistungselektronik, Kommunikationstechnik, elektronischen Komponenten und Software, die beim Aufbau von Smart Grids benötigt werden, wird im Jahr 2014 bis zu 150 Mrd. US-Dollar betragen. Laut einer aktuellen Erhebung des FEEI bewegen sich die Potenziale in der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie inkl. der vor- und nachgelagerten Bereiche im Jahr 2015 bei einem Produktionswert von rund 417 Millionen Euro bzw. mehr als 2.700 Beschäftigungsverhältnissen. „Smart Grids werden schon bald Realität werden. Ob mit oder ohne Technologie aus Österreich liegt an den Rahmenbedingungen, die wir den Unternehmen bieten“, erklärte Ederer.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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