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Experten des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme (IPMS) sehen Li-Fi – im Bild das Kommunikationsmodul GigaDock – als Schlüsseltechnologie für die Industrie 4.0.

FEEI-Sparte Licht: WLAN war gestern, denn Li-Fi ist der neue Weg

27.09.2017

Datenübertragung via Licht avanciert immer mehr zur Schlüsseltechnologie.

Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) in Dresden hat mit dem Li-Fi GigaDock ein neues lichtbasiertes Kommunikationsmodul entwickelt – in der Industrie wird es bereits eingesetzt: Die Sparte Licht des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) hat es genauer unter die Lupe genommen.

Angesichts von Übertragungsgeschwindigkeiten, die sich bei rund 10 GBit pro Sekunde bewegen und mittelfristig auf mindestens 100 GBit pro Sekunde steigen dürften, hat die Datenübertragung via Licht (vulgo Li-Fi) Potenzial, so der FEEI.

Forscher des Fraunhofer IPMS in Dresden, das schon seit Jahren federführend an Li-Fi arbeitet, haben nun ein neuartiges optisches Kommunikationsmodul für industrielle Elektronikkomponenten entwickelt: Das so genannte Li-Fi GigaDock ermöglicht den drahtlosen Datenaustausch einzelner Bauteile über Distanzen von 1-10 cm.

Frank Deicke, Geschäftsfeldleiter Wireless Microsystems am Fraunhofer IPMS: „Konventionelle Kabelverbindungen mit Hochfrequenzsteckern, die sehr verschleißanfällig sind, können damit ersetzt werden – das spart Kosten und erhöht die Zuverlässigkeit und Flexibilität.“

Zum Einsatz kommen wird das Li-Fi GigaDock beispielsweise in Industrierobotern. Durch den Wegfall der Kabelverbindungen können sich die Roboterarme flexibler drehen. Zudem gewährleistet es eine sehr sichere Datenübertragung, weil Licht keine Mauern durchdringt. Die hohen Datendurchsatzraten über das Li-Fi GigaDock ermöglichen auch Videodatenübertragung in Echtzeit.

Das Li-Fi GigaDock-Kommunikationsmodul kann in bestehende Maschinen und Industriesysteme integriert werden. „Namhafte Industriefirmen befinden sich damit im Testbetrieb, in einigen Nischen kommt es bereits regulär zum Einsatz“, so Deicke abschließend. Mit der generellen Serienreife rechnet er in zwei bis drei Jahren.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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