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Expert-Chef Kapfer: „Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren und nach vorne schauen“

19.03.2020

Mit einem maßgeschneiderten Informationsangebot, Maßnahmen zur Liquiditätssicherung, Frühlingsaktionen und angepassten Werbemaßnahmen will die Expert-Zentrale ihren Mitgliedern dabei helfen, die aktuell sehr schwierige Situation erfolgreich „durchzutauchen“.

„Unsere Mitgliedsbetriebe sehen der derzeitigen Situation sehr gefasst ins Auge – wobei: leicht ist es natürlich für keinen von uns“, fasst Expert-Chef Alfred Kapfer die Stimmung unter seinen Händlern zusammen. Glücklicherweise habe man aber „sehr gesunde Betriebe“ an Bord, die zudem auch oft noch in den eigenen Immobilien einquartiert sind. Will heißen, zumindest über eventuelle Mietkosten muss sich fast keiner Gedanken machen. Hinzu komme außerdem, dass die Expert-Mitglieder schon seit jeher sehr stark in der Elektroinstallation vertreten sind. „Die Auftragsbücher sind immer noch voll und nach der Krise wird es einen Nachholbedarf geben“, ist Kapfer überzeugt.

Überhaupt sieht Kapfer, getreu dem Motto: „Jetzt nach vorne schauen“, auch eine große Chance für den Elektrohandel. „Was wir derzeit erleben ist ja praktisch ,Cocooning zum Quadrat‘. Und ich denke schon, dass unsere Produkte da dann sehr gut reinpassen. Die Menschen sind mehr zu Hause und da wollen sie auch funktionierende Elektrogeräte haben. Vielleicht bewirkt diese Krise ja ein Umdenken in Richtung Regionalisierung. Dass sich die Kunden wieder auf jene Unternehmen besinnen, die auch in harten Zeiten für sie da sind.“

Zahlungsziel verdoppelt

Bis zum Ende der Krise ist’s mitunter aber noch ein Stück, weswegen man sich derzeit darauf konzentriert, den Mitgliedern jede nur denkbare Unterstützung zukommen zu lassen. „Nicht nur unsere Mitglieder, auch wir als Zentrale sind sehr gut aufgestellt und auch technisch perfekt ausgerüstet. Die Technik lässt uns hier nicht um Stich“, so Kapfer. Die Verwaltung residiert (abgesehen von einer kleinen Stammmannschaft, die jeden Tag vor Ort ist) derzeit – wie so viele – im Home Office und auch das Lager ist voll funktionsfähig. „Und sollte es dort wirklich einmal ein Problem geben, fahren wir hin und legen mit Hand an. Dafür sind wir uns nicht zu schade“, verspricht der Expert-Chef.  

Für Lagerware hat Expert sein Zahlungsziel bereits verdoppelt. Das betrifft vor allem den TV- und Kleingeräte-Bereich, da zahlreiche Expert-Mitglieder diese Produkte über das Kooperationslager beziehen. Das verdoppelte Zahlungsziel gilt laut Kapfer übrigens bis auf Widerruf bzw. solange die Schließung der Geschäfte anhält.

Mit der Industrie befindet man sich außerdem in intensiven Verhandlungen für zusätzliche Unterstützungen bei der Streckenware. „Wir hoffen hier auf möglichst günstige Bedingungen und Vergünstigungen, die wir dann natürlich direkt an die Mitglieder weiterreichen. Das Ziel all dieser Bemühungen ist es, die Liquiditätssituation zu verbessern“, erklärt Kapfer. Sobald hier konkrete Ergebnisse vorliegen, wird man die Mitglieder gesondert informieren.

Zentraler Infopoint

Immer einen Mausklick wert ist laut Kapfer auch der zentrale Corona-Infopoint im MyExpert-Netz. Dort werden von der Zentrale alle wesentlichen Informationen zu Förderungen und Unterstützungsmaßnahmen (Republik + Länder), zusätzliche Angebote der Wirtschaftskammern und alle wichtigen Links und Nachrichten gesammelt. „Dieser Bereich wird laufend aktualisiert und befindet sich daher immer am neuesten Stand. Und natürlich werden diese auch via Newsletter versandt“, so Kapfer.   

Verstärke Online-Aktivitäten

Wenig überraschend machen sich die geschlossenen Geschäfte bereits im Online-Shop bemerkbar. „Hier merken wir seit Wochenbeginn eine deutliche Steigerung. Und diese wird sicher auch noch länger anhalten“, so der Expert-Chef. Aus diesem Grund wird man die (Werbe-)Aktivitäten in diesem Bereich weiter kräftig verstärken. Derzeit wird beispielsweise darüber nachgedacht, vorübergehend kostenlose Lieferungen anzubieten. „Aber das wird sicher nicht auf Kosten der Mitglieder passieren – das geht dann auf unsere Kappe“, so Kapfer. „Klar ist, dass wir in diesem Bereich partizipieren und nicht alles dem Herrn Amazon überlassen möchten.“ Dank des langjährig erprobten Multichannel-Konzepts sei man dafür zudem sehr gut aufgestellt.

Die verstärkten Online-Aktivitäten bedeuten jedoch nicht, dass man die Flugblattwerbung ad acta legt. Ganz im Gegenteil, die wird auch während der Krise fortgesetzt. „Die Leute sind zu Hause und haben jetzt mehr Zeit zum Lesen. Natürlich werden wir aber auch das Flugblatt derzeit mehr in Richtung Online-Shop trimmen.“

Frühlings- statt Messeangebote

Last but not least hat man sich auch für die entfallene Frühjahrstagung etwas einfallen lassen. „Statt Messeangebot bieten wir unseren Mitgliedern heuer einfach Frühlingsangebote. Diese wird’s wieder für Lager- und Streckenware geben. Und wir werden hier bis ans Limit kalkulieren“, verspricht Kapfer.

Nicht ans Limit gehen sollte man dagegen mit der eigenen Gesundheit, sowie der Gesundheit aller Mitarbeiter. „Es ist enorm wichtig, dass wir die Regierungsvorgaben jetzt voll mittragen und unterstützen. Nur so können wir sicherstellen, dass dieser Ausnahmezustand nicht ewig dauert. Außerdem ist das ein Thema, das weit über das Geschäftliche hinausgeht. Unser Ziel sollte es jetzt sein, die weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. In diesem Sinne bin ich auch sehr stolz auf unser Team. Sie alle sind sich der Verantwortung für unsere Mitgliedsbetriebe bewusst und verhalten sich auch im privaten Umfeld entsprechend umsichtig. So kann jeder seinen Teil dazu beitragen,  Mit dieser Selbstdisziplin können auch wir unser Scherflein beitragen, dass wir bald zu business-as-usual zurückkehren können.“

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