Direkt zum Inhalt

EU stärkt Verbraucherrechte bei Internet- und Versandhandel

04.09.2009

Wer eine über Internet oder Telefon gekaufte Ware fristgerecht retourniert, darf nicht zur Kasse gebeten werden. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mit einem Urteil den Verbrauchern den Rücken gestärkt.

Kaufverträge im so genannten Fernabsatz können binnen 14 Tage widerrufen werden. Nicht immer wird der Kunde davon unterrichtet.Eine Kundin hatte vor dem Amtsgericht Lahr in Baden-Württemberg geklagt, nachdem ein Online-Händler ihr den Verkaufspreis für ein Notebook nicht zur Gänze rückerstatten wollte. Kosten könnten Verbraucher davon abhalten, ihr Widerrrufsrecht in Anspruch zu nehmen, urteilte der EuGH. Allerdings erfolgte die Rückgabe erst acht Monate nach dem Verkauf. Was der Händler aber verabsäumte, war die Kundin vom gesetzlichen Widerrufsrecht zu informieren.

Diese Widerrufsfrist soll dem Kunden die Möglichkeit bieten, die bestellte Ware anzusehen, zu prüfen und auch auszuprobieren. Die Frist beginnt erst an dem Tag, an dem der Händler den Kunden über das Widerrufsrecht informiert hat. So gesehen, tut sich ein Händler nichts gutes, wenn er den Konsumenten im Unklaren lässt. Denn dann gilt dieses Recht praktisch unbegrenzt. Dem deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch zufolge, dürfen Verkäufer zwar einen Wertersatz für retournierte Ware verlangen. Im Einzelfall muss dieser aber mit der EU-Verbraucherschutzrichtlinie abgewogen werden.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung
Werbung