Direkt zum Inhalt

EU fällt der Branche in den Rücken: Beträgt Gewährleistungsfrist bald vier Jahre?

20.08.2009

Diese müssten dann vier Jahre für Defekte und Mängel bei "langlebigen Gütern" gerade stehen und in die Tasche greifen.

Das schreibt die Financial Times Deutschland, die Dokumente des deutschen Ministerrats als Quelle angibt. Für den Elektrohandel besonders bitter, laut dem Artikel es kann gut sein, dass unter "langlebige Güter" auch Fernseher und Haushaltsgeräte fallen. Die Vorschläge brachten jetzt Frankreich, die Niederlande, Großbritannien und Portugal. Kommen die Vier damit durch, wird es vermutlich für Hersteller und Händler richtig teuer. Fix ist aber noch nix, die EU-Staaten würden noch untereinander diskutieren.

Die Umstellung wäre teuer und langwierig sagt Christian Groß, Justiziar der Deutschen Industrie und Handelskammer zur FTD. Sie hätte auch massive Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Händler und Lieferanten.

GB setzt noch eines drauf

Die vier großen Beführworten wollen bei der Harmonisierung des EU-Verbraucherrechts so viele nationale Regeln wie nur möglich retten. Verbraucher-Kommissarin Maglena Kuneva stellte nämlich letztes Jahr eine Richtlinie vor, die über die Ländergrenzen Geschäfte erleichtern soll. So sollten Unterschiede bei Widerruffristen, Garantien und Beschwerdemöglichkeiten platt gemacht werden. Die verlängert Haftung schlug sie nicht vor. Erst 2002 wurde in Österreich die Gewährleistungsfrist von sechs Monaten auf zwei Jahre verlängert.


Die britische Regierung setzt noch eines drauf: Anders als bei uns können Verbraucher in Großbritannien bei einem Produktmangel direkt vom Kaufvertrag zurücktreten, ohne dass der Hersteller versucht das Gerät zur reparieren oder zu ersetzen. Es kann passieren, dass dann in Österreich viel mehr Produkte zurückgegeben werden.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Telekom
27.05.2013

Just einer der klagefreudigsten Konzerne im IT-Bereich kommt nicht aus dem Blickfeld der Aufseher: Nach dem Wirbel um die Steuer-Vermeidungsstrategie von Apple schauen sich EU-Kartellwächter jetzt ...

Branche
22.05.2013

Eine „Bedrohung“ für den E-Commerce sei die EU-Datenschutzrichtlinie. Das sagen die Vertreter der European Multichannel and Online Tradind Association (EMOTA). Vor allem, dass gezielte Werbe- ...

Branche
05.04.2013

Dass Österreicher fleißige Sammler sind, was die Entsorgung und Trennung von Wegwerfgütern betrifft, ist hinlänglich bekannt. Die Elektroaltgeräte Koodinierungsstelle liefert diesbezüglich ein  ...

Branche
11.02.2013

30 Prozent der Online-Bestellungen gehen zurück. Das ist teuer. Darum wollen drei von vier deutsche Web-Händler künftig die Kosten für Warenrücksendungen nicht mehr übernehmen, wie eine Umfrage ...

Telekom
23.10.2012

Hutchison 3G komme den strengen Kartellwächter entgegen. Das ist zumindest einer Homepage der EU Kommission zu entnehmen. Die Wettbewerbshüter wollen bis 21. Dezember über die Fusion entscheiden. ...

Werbung