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Ohne Ausbau der erneuerbaren Energie droht Österreich ein Abrutschen in die Abhängigkeit von Stromimporten.

Erneuerbare Energien: Vertreter fordern zügigen Ausbau

13.10.2016

Österreich ist vom Stromexporteur zum -Importeur geworden. Damit sind die Autarkiebestrebungen der Länder in Gefahr. 

Kritik an den steigenden physikalischen Stromimporten in Österreich kommt erneut von Erneuerbaren-Vertretern. Aus einem Überschuss im Jahr 1980 von 12,3 Prozent sei 2015 ein Nettostromimport von 16,4 Prozent des gesamten Inlandsstromverbrauchs enztsprechend mehr als 10 Terawattstunden (TWh) geworden.

   "Damit übersteigen die Stromimporte seit 2003 in Österreich ausgebaute Ökostrommenge aus Kleinwasserkraft, Wind, Biomasse, Biogas und Photovoltaik von 9,2 TWh", sagte Peter Molnar, Geschäftsführer des Dachverbands Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ), am Mittwoch auf einer Veranstaltung vor Journalisten.

   Die "Versorgungslücke" von momentan 16,4 Prozent würde bei den derzeitigen Ökostrom-Zubauraten bis 2030 auf cirka 40 Prozent steigen, so Molnar weiter. Eine derartig hohe Importabhängigkeit stehe im "krassen Gegensatz zu den Autarkiebestrebungen der österreichischen Bundesländer". Der Abbau der Stromimporte bis 2030, der zusätzliche Strombedarf für die E-Mobilität und industrielle Verfahrensumstellungen erforderten eine wesentliche Erhöhung des Ausbautempos aller erneuerbaren Stromerzeugungstechnologien.

   Der Stromverbrauch in Österreich lag im Vorjahr bei rund 70 TWh. Nach Angaben des Branchenverbandes Oesterreichs Energie lag die inländische Erzeugung bei rund 65 TWh, davon stammten rund 78 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern (inklusive Großwasserkraft). Die physikalischen Stromimporte, also die Leistungsflüsse, lagen netto bei 10,1 TWh, wobei rund 29,4 TWh nach Österreich flossen und 19,3 TWh exportiert wurden. Davon unterschieden werden müssen die gehandelten Strommengen.

   Der physikalische Stromaustausch war im Vorjahr mit Deutschland und Tschechien am größten, unter anderem wegen des Einkaufs von teilweise billigem Ökostrom aus Deutschland und sogenannten Ringflüssen von Windstrom aus Norddeutschland über Polen und Tschechien nach Süden. Nettostromimporte legen zu, wenn der Verbrauch die Inlandserzeugung immer mehr übersteigt.

   Der Erneuerbaren-Verband kritisierte, dass Importe aus grenznahen Kohle- und Atomkraftwerken stammten.

   Durch die verpflichtende Stromkennzeichnung ist der Anteil von sogenanntem "Graustrom", also Stroms unbekannter Herkunft, mittlerweile auf praktisch null gesunken, Österreich seit 2014 rechnerisch "atomstromfrei". Kritik kommt hier vom EEÖ: "Das derzeitige System der Stromkennzeichnung in Österreich führte nur zu einem Ablasshandel mit skandinavischen Herkunftsnachweisen", so der stellvertretende Geschäftsführer Erwin Mayer. Die vom Strom getrennt handelbaren Wasserkraft-Zertifikate würden keine Auskunft über die wahre Herkunft des Stroms geben und als "Feigenblätter" aus Norwegen und Schweden zu Dumpingpreise nach Österreich importiert. "Daher ist Österreich alles andere als 'atomstromfrei'", betont der Verband.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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