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Energie-Plus-Haus: das Haus der Zukunft

12.07.2016

Der Energieverbrauch in Gebäuden macht beinahe die Hälfe des europaweiten Energieverbrauchs aus. EU-Richtlinien sollen nun zu einer Reduktion des Energieverbrauchs und einer Steigerung der Energieeffizienz führen.

Das Plus-Energie-Hochhaus dient als Demonstrationsobjekt für optimale Energieeffizienz.

Die Reduktion des Energieverbrauchs durch Steigerung der Energieeffizienz ist eine Aufgabe, die sich alle EU-Staaten gemeinsam ins Pflichtenheft geschrieben haben. Die Mindestanforderungen für die Gesamt-Energieeffizienz aller Gebäude sind gesetzlich festzulegen und durchzusetzen und mit einem Energieausweis nachvollziehbar zu machen. Zudem müssen ab dem Jahr 2021 alle neuen Gebäude im Niedrigstenergie-Standard errichtet werden. Doch eine genaue Definition von diesen „Nahe an Null Energie verbrauchenden“-Häusern gibt es bisher nicht. Daraus entstehen Unsicherheiten für Bauherren und Planer. Vor allem die Entwicklung von Plus-Energie-Gebäude stellt in diesem Zusammenhang eine Herausforderung dar. Konsumenten klagen immer wieder darüber, dass die von den Planern berechneten Werte nicht der Realität entsprechen. „Wenn eine Photovoltaikanlage aufs Haus montiert und elektrische Energie gewonnen wird, heißt das noch lange nicht, dass das ein Plus-Energie-Gebäude ist“, stellt Thomas Bednar, Universitätsprofessor am Institut für Hochbau und Technologie an der TU Wien, klar. Schließlich hat der Gebäudenutzer mit seinem Lüftungs-, Heiz- und Kühlungsverhalten einen gewichtigen Einfluss auf die Energiebilanz. Dieses individuelle Verhalten wird in den Berechnungen aber oft vernachlässigt. Um hier eine verlässliche Basis zu schaffen sind normierte Werte  zur Berechnung der Werte für den Energieausweis und zur Energieverbrauchsprognose unumgänglich. Eine Überarbeitung  der EPB-Normen (Energy Performance of Buildings) soll diese Basis legen. Ziel der Überarbeitung ist es sie mit international gültigen ISO-Normen in Einklang zu bringen und so eine größtmögliche Vergleichbarkeit von Energiekennzahlen zu schaffen.

Wissenschaftliche Begleitung

In diese harmonisierten Normen fließen neueste Forschungsergebnisse mit ein. Etwa Erfahrungen, die mit der der Sanierung des Chemie-Hochhauses der TU Wien gemacht wurden. Das im Vorjahr durchgeführte Projekt gilt als Österreichs erstes Plus-Energie-Gebäude und als Demonstrationsobjekt für optimale Energieeffizienz. "Wir haben in unsere Berechnungen nicht nur Lüftung, Heizung und Kühlung, sondern die gesamte Nutzung miteinbezogen, bis hin zu den Computern und Kaffeemaschinen“, so Thomas Bednar.  Das Haus hat eine in die Fassade integrierte PV-Anlage die den gesamten Energiebedarf von acht Bürogeschoßen decken  und sogar einen Überschuss produzieren soll, der ins Stromnetz eingespeist wird.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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