Direkt zum Inhalt
Würde sich für die Branche mehr Ertrag wünschen. Wolfgang Krejcik

Elektrohandel in Österreich: Umsatz okay, Ertrag schwach

16.09.2015

Morgen startet die Futura. Anlässlich der Branchenmesse zieht Elektrohandelsobmann Wolfgang Krejcik Bilanz.

„Während sich der Umsatz durchaus zufriedenstellend entwickelt, ist das bei der Ertragslage weniger der Fall“, sagt Krejcik. Nach wie vor setze der österreichische Elektrohandel auf persönliche Beratung und Empfehlung sowie umfangreiche Serviceleistungen, die auch nach dem Kauf angeboten werden: „Damit kann der Elektrohandel punkten und so konnte er sich nicht nur behaupten, sondern – wie beispielsweise bei großen TV-Geräten und Haushaltsgeräten - seine Position auch weiter verbessern“, meint der Branchensprecher.

2014 konnte der Elektrohandel in Österreich mit einem Gesamtjahresumsatz von 4,5 Milliarden Euro das Umsatzniveau der Jahre 2012 und 2013 nahezu halten. „Das erste Halbjahr 2015 zeigte gegenüber der ersten Jahreshälfte 2014 eine leichte Verbesserung, allerdings mit unterschiedlicher Entwicklung bei den einzelnen Warengruppen“, sagt Krejcik. „So dominiert bei der Heimelektronik mit rund 20 Prozent Umsatzanteil naturgemäß das für uns wichtige TV-Geschäft. Die ersten sechs Monate dieses Jahres haben jedoch einen Rückgang von neun Prozent gebracht. Zu erklären ist das mit dem hohen Niveau des Vorjahres, da gab es mit der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien einen maximalen Kaufimpuls“, sagt Bundesgremialobmann Krejcik.

In Sachen Fernsehgeräte rechnet die Branche für diese Saison „mit einer stabilen Verkaufsentwicklung, getragen auch von Innovationen wie Smart-TV, OLED und 4k-Hochauflösung. Der Trend zu großen Bildschirmgrößen um bzw. über 50 Zoll/127cm ist ungebrochen.“

5% Umsatzwachstum sowohl bei großen als auch bei kleinen Haushaltsgeräten

Gut wurden und werden große Haushaltsgeräte verkauft, dieses Segment weist eine Steigerung des Umsatzes um fünf Prozent aus. Dabei dominieren energieeffiziente Geräte, zwei Drittel weisen bereits die Effizienzklasse A+++ auf. Insgesamt ist diese Warengruppe für einen Umsatzanteil des Elektrohandels in Höhe von rund 20 Prozent verantwortlich.

Auch die kleinen Haushaltsgeräte und Produkte für die Körperpflege – verantwortlich für einen Umsatzanteil von zirka zehn Prozent - weisen eine Absatzsteigerung von mehr als fünf Prozent auf. Bei den Haushaltsgeräten dominieren neben den Kaffeeautomaten  überraschenderweise Küchenmaschinen und Standmixer mit einem Zuwachs von 20 Prozent: „Offenbar ist Kochen in“, so Krejcik dazu. Beim starken Umsatzsegment „Staubsauger“ gibt es bei Handstaubsaugern eine erhöhte Nachfrage.

Telekommunikation: Stückzahl +5%, Umsatz: +40% = Trend zu hochpreisigen Smartphones

Eine steigende Nachfrage nach Mobiltelefonen und einen „deutlichen Trend“ ortet Elektrohandelsobmann Krejcik mit Blick auf den Bereich Telekommunikationselektronik, der für rund 25 Prozent des Elektrohandelsumsatzes sorgt: „Plus fünf Prozent bei Mobiltelefonen nach Stückzahlen, aber ganze 40 Prozent mehr Umsatz in diesem Segment - das heißt: Es gibt einen deutliche Nachfrage nach hochpreisigen Smartphones.“ Zufriedenstellend auch der Absatz von IT-Geräten im Elektrohandel, der für ein Viertel des Branchenumsatzes verantwortlich ist. 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Branche
07.04.2020

Die Regierung hat einen Stufenplan zur Wiederaufnahme des wirtschaftlichen und sozialen Normalbetriebs vorgestellt, wobei der Handel Mitte April zumindest teilweise wieder starten darf.

Branche
09.12.2019

Mit einem aufmerksamkeitsstarken Inserat in der gestrigen Kronen Zeitung rückt das Bundesgremium des Elektro- und Einrichtungsfachhandels die Leistungen seiner Mitglieder ins richtige Licht. Es ...

Branche
19.11.2019

Wolfgang Krejcik sieht den österreichischen Elektrohandel für die Kundenwünsche im heurigen Weihnachtsgeschäft gut vorbereitet. „Großformatige Fernseher sollen dieses Jahr besonders gut gehen, ...

Branche
09.01.2019

Auf Umsatzrückgänge im Einzelhandel führt der südoststeirische Elektrohändler seine Zahlungsunfähigkeit zurück. Jetzt wurde die Notbremse gezogen und ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung ...

"Viele Händler waren neben finanziellen Einbußen auch persönlich sehr betroffen, dass ihre Bemühungen mit einem Federstrich quasi als wertlos eingestuft worden sind"
Branche
05.12.2018

Ende 2017 kündigte Sonos fast sämtliche Händlerverträge mit österreichischen Unternehmen. Dadurch hätten viele Händler finanzielle Einbußen erlitten, ihre Arbeit mit der Marke sei als wertlos ...

Werbung