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Elektroaltgeräte: Freude mit den Sammelquoten, Ärger mit Sammelbrigaden und Versendern

24.09.2014

Derzeit liegen die Österreicher beim Sammeln von Elektroschrott noch weit vor den EU-Vorgaben. "Das Ziel von 4 Kilogramm pro Einwohner wurde 2013 in Österreich mit im Schnitt 9 Kilo deutlich übertroffen - das ist mehr als das Doppelte", freut sich der zuständige Generalsekretär im Umweltministerium, Reinhard Mang. Doch ab 2019 müssen noch höhere Sammelquoten als jetzt erreicht werden. Für Ärger sorgen weiterhin die illegalen Sammler und die internationalen Versandhändler, die bislang nicht zahlen wollen. 

Denn ab dann sind 65 Prozent der in den drei vorangegangenen Jahren in Verkehr gesetzten Mengen als Abfall wieder einzusammeln. "Das ist auch für uns eine Herausforderung", räumte Mang heute, Mittwoch, vor Journalisten in Wien ein. Den Österreichern stehen über 1.200 Sammelstellen zur Verfügung.

Per 2016 beträgt die vorgeschriebene Sammelquote für Elektroaltgeräte (EAG) 45 Prozent. Die ist in Österreich längst Usus. "2013 erreichten wir 47,6 Prozent, das heißt, wir haben die Ziele für 2016 bereits jetzt geschafft", lobte die Geschäftsführerin der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria GmbH, Elisabeth Ghiehser die Mitarbeit der heimischen Konsumenten. "Wir können uns aber nicht darauf ausruhen", betonte sie mit Blick auf die verschärften Vorgaben ab 2019.

Ab Anfang Oktober werden von der EAG-Richtlinie auch LED-Lampen und Photovoltaik-Module erfasst. Zudem wird ein Versuch gestartet, auch ausländischen Herstellern eine Rücknahme- bzw. Mitfinanzierungsverpflichtung abzuverlangen. Da der Internethandel zunimmt, ist auch eine klare Regelung für den Fernabsatz vorgesehen: "Hier gilt die direkte Verpflichtung der ausländischen Händler, einen Bevollmächtigten in Österreich zu nennen", erklärte Mang.

K(r)ampf mit den ausländischen Versendern

 "Der Elektrohandel kämpft mit dem ausländischen Versandhandel, der etwa 10 bis 15 Prozent Marktanteil hält", sagte Obmann des Elektrohandels, Wolfgang Krejcik, in Anspielung auf Anbieter wie etwa Amazon. Im Gegensatz zum heimischen Handel zahlten diese Unternehmen nichts für die Entsorgung ihrer Produkte. Ab 1. Oktober greift jedoch die neue Elektroaltgeräte-Verordnung, die sicherstellen soll, dass auch internationale Versender ihre Abgaben zahlen. Elektrojournal berichtete laufend. "Wir werden genau darauf achten, dass dies auch eingehalten wird", kündigt Krejcik an.  

Ebenfalls ein Dorn im Auge sind den Altstoffverwertern die illegalen Exporte von Elektroaltgeräten nach Osteuropa, da hier nicht für eine fachgerechte Entsorgung und Verwertung gesorgt ist. Die Bevölkerung und die Kommunen sollten "illegale Sammelbrigaden, die aus Osteuropa einfallen," nicht unterstützen. Denn was nicht wieder instand gesetzt werden könne, schlage obskure Wege nach Afrika und Asien ein. 5 bis 10 Prozent der Sammelmenge gingen auf diese Weise verloren, schätzen die Experten.

In den neun Jahren, die es die Elektrokoordinierungsstelle in Österreich gibt, haben die Haushalte den Angaben zufolge bereits 578 Mio. Kilogramm Elektroschrott bei den Sammelstellen abgegeben - das ist fast die Hälfte der in Verkehr gesetzten Menge an Elektro- und Elektronikgeräten (1,29 Mrd. Kilo) und entspricht rund 385.000 Mittelklasse-Pkw.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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