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Einigung in Runde 4: Handelsangestellte bekommen 3,6% mehr Gehalt

30.11.2011

Der Kollektivvertrag für 2012 ist unter Dach und Fach. Die Mindestgehälter der rund 520.000 Beschäftigten im Handel steigen um durchschnittlich 3,6 Prozent. Darauf einigten sich Vertreter der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber. Die Reaktionen auf das Ergebnis fallen höchst unterschiedlich aus. Bei der Karenz werden künftig zehn Monate angerechnet, was jungen Familien zugutekommen soll.

Lange und schwierig sollen die Verhandlungen gewesen sein. 14 Stunden dauerte der letzte Sitzungsmarathon. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch konnten sich die Kollektivvetragspartner, die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier und die Bundessparte Handel der WKÖ, einigen.

Fixbetrag bei niedrigen Löhnen

Die Mindestgehälter von Handelsangestellten steigen um durchschnittlich 3,6 Prozent. Im Detail heißt das, Bezieher von niedrigen Einkommen bis 1.500 Euro erhalten einen zusätzlichen Fixbetrag von 50 Euro, was eine Erhöhung von bis zu 3,85 Prozent bedeutet. Höhere Gehälter werden um 3,5 Prozent angehoben. Weiters wurde ein Anstieg der Lehrlingsentschädigung um 3,9 Prozent vereinbart.

 

"Nicht angemessen", "gerade noch akzeptabel" oder "ein Erfolg"

 

In einer Aussendung zeigt sich der Handelsverband mit dem Ergebnis unzufrieden. Eine durchschnittliche Anhebung der Mindestgehälter von 3,6 Prozent sei zu hoch, kommentiert Generalsekretär Stefan Mumelter. 3,3 Prozent seien angemessen und für den Handel gerade noch verkraftbar gewesen. Die verhandelnde Arbeitgeber-Seite bezeichnet den Abschluss als "gerade noch akzeptabel". Die GPA-djp sieht den Kompromiss als Erfolg. Ursprüngliche verlangte die Gewerkschaft  zusätzliche 4,2 Prozent.

 

Karenz-Anrechnung

 

Durchsetzen konnte die Gewerkschaft die Forderung, die Karenzzeiten anzurechnen. Bei der Elternkarenz für das erste Kind sowie bei der Hospizkarenz werden zehn Monate angerechnet, diese Anrechnung gilt künftig auch für die Einstufung im Kollektivvertrag sowie für die Berechnung des Jubiläumsgeldes und bleibt beim Wechsel des Arbeitgebers im Handel aufrecht. Die Anrechnung für den Urlaubsanspruch und die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bleiben erhalten. Außerdem wird die Auszahlung des Urlaubsgeldes auf 30. Juni vorgezogen.

 

Der neue Kollektivvertrag tritt mit 1. Jänner 2012 in Kraft.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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