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Ein Stück von der Top-Lagen-Torte: Was passiert mit den Niedermeyer-Standorten?

04.09.2013

Die Innenstadt-Lagen und die Geschäfte in florierenden Shopping Centern sind begehrt. Eh klar. Das Rennen um die besten Niedermeyer-Standorte hat bereits begonnen. Und ist bald wieder zu Ende. Viele Top-Lagen sind bereits vergeben. Elektrounternehmen finden sich kaum unter den Nachmietern.

Die Niedermeyer-Kette ist passé. Das schmerzt den Gründer, der Ausverkauf ist längst vorüber. Das Rennen um die begehrten Standorte ist noch im Gange. Noch. Denn viele der attraktivsten Lagen sind bereits vergeben. Und nach den unattraktiven kräht kein Hahn. Logisch. Elektrojournal Online lieferte bereits im April eine umfangreiche Standortanalyse.

 

In Fürstenfeld ist es EP:Stessl gelungen, den ehemaligen Niedermeyer-Standort zu ergattern und somit sein Ladenlokal ordentlich zu vergrößern. Der Fachhändler expandiert mit den Qualitäten des Fachhandels. Elektrojournal Online berichtete von der erfolgreichen Eröffnung.

Top-Lagen

Aber was passierte eigentlich mit den anderen Standorten? Der Wiener Immobilien-Profi Jamal Al-Wazzan übernahm etwa 45 Mietverträge, 25 davon über die „JJG Management GmbH“, wie die Kronen Zeitung berichtet. Er schnappte sich natürlich Top-Lagen. „Dabei ging der 55-Jährige eine ungewöhnliche Allianz ein. Die Hälfte der JJG besitzen er und sein langjähriger Partner Joachim Knehs über ihre Richard Schöps  & Co. AG. Die andere Hälfte gehört der Retirement Immobilien Gmbh, hinter der eine Stiftung der Millionärsfamilie Muzicant steckt“, heißt es in dem Artikel. Der Sinn hinter Partnerschaft sei gewesen, sich nicht "unnötig zu überbieten".

Nix für die Elektrobranche?

Okay, schön und gut, aber welche Branchen mieten sich nun in die leer stehenden Läden ein? Die Elektrobranche sucht man vergebens. Geeinigt hat sich Al-Wazaan bereits mit Modehändlern wie Tom Tailor, s.Oliver oder Tally Weijl. Unter Dach und Fach ist auch ein Deal mit der Parfümerie Marionnaud. Verhandelt wird noch mit Tommy Hilfiger, Salamander, den Optikern Fielmann und Pearl, der Bistrokette Henry oder dem Friseursalon Bundy Bundy. Als „echten Coup“ bezeichnet es die Krone, dass in der Wiener Rotenturmstraße die Direktbank ING DiBa eine Filiale eröffnen wird.

 
EFH mit USP

Es ist schade, dass der stationäre Elektrohandel aus den Top-Lagen, aus den Nobel-Gegenden verschwindet. Allerdings kommen hier auch die Strategie-Fehler von Niedermeyer ans Tageslicht. „Lange Zeit hieß es, dass Niedermeyer ein Elektro-Nahversorger sei, was im Sinne der oben erklärten Funktionen von Handelszonen und des angebotenen Sortiments nur bedingt funktionieren kann“, sagen die Standort-Berater von RegioPlan Consulting. Umso mehr dann, wenn in diesen Lagen Mieten auch noch sauteuer sind.

 

Wie gut tut es, dass es Unternehmen wie EP:Stessl gibt, die mit dem USP des Elektrofachhandels, mit Beratung, Service und Fachkompetenz, erfolgreich expandieren.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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